PREMIUM
SPONSOREN

Sparkasse Zollernalb SSK uhlsport Bizerba

29.03.2010

4:0 Sieg gegen Weinheim

Riesenerleichterung bei der TSG Balingen: Der Fußball-Oberliga hat mit einem klaren 4:0 (1:0) gegen die TSG Weinheim seine Durststrecke beendet. Es war der erste Sieg nach zuvor vier Niederlagen.

Es gibt Fragen – und dazu passende Antworten: Das Balinger 4:0 gegen Weinheim fällt in diese Kategorie. Die leise Kritik an der Offensive im Besonderen und am gesamten Team im Allgemeinen erstickte die TSG jedenfalls im Keim. In dieser Verfassung muss sich der Vorjahres-Aufsteiger nicht am unteren Tabellendrittel orientieren – wohlwissend, dass es die Weinheimer den Schützlingen von Trainer Karsten Maier auch nicht sonderlich schwer machten. Im ersten Durchgang sahen die nur 400 Zuschauer (Minusrekord nach dem Aufstieg) ein niveauarmes Gekicke. Beide Teams geizten mit spielerischer Raffinesse, zwangsläufig ergaben sich nur sehr vereinzelt Tormöglichkeiten. Eine dieser wenigen Chancen nutzte aber Andreas Kohle zum frühen 1:0. Der 20-jährige Gruoler war zur Stelle, als Weinheims Torhüter Marc Bisch, an dem ein englischer Verein interessiert sein soll, eine Madegwa-Hereingabe nach vorne abprallen ließ – Kohle bedankte sich und schob nach zwölf Minuten locker ein. Auf der Gegenseite tauchte urplötzlich der Weinheimer Christian Schäfer vor dem von Julian Hauser gehüteten TSG-Kasten auf. Der Balinger Keeper zögerte mit dem Herauslaufen, konnte den Ball aber noch entscheidend über die Latte lenken (16.). Kurz vor der Pause brannte es erneut im Strafraum der Hausherren, als Steffen Euler und Mike Kappes aus kurzer Entfernung jeweils in Hauser ihren Meister fanden (39.). Im zweiten Durchgang bauten die Weinheimer stark ab. Balingen hatte beinahe leichtes Spiel, um einen letztlich souveränen Sieg herauszuschießen. Schon drei Minuten nach dem Wiederanpfiff verlängerte Manuel Pflumm eine Dilucia-Ecke mit dem Kopf, Clayton kam ans Leder und jagte den Ball fulminant unter die Latte – das 2:0 (48.). Damit nicht genug: Ganze fünf Minute später schickte Marc Wissmann den durchgestarteten Andreas Kohle mit einem Zuckerpass ins Szene. Kohle ließ sich nicht abdrängen, schüttelte seinen Gegenspieler ab und traf aus vollem Lauf zum 3:0 (53.). Die TSG Weinheim machte keine Anstalten, um die Partie noch einmal zu drehen – zu passiv agierten die Kurpfälzer, die in der Hinrunde noch mit 2:1 die Oberhand behalten hatten. Stattdessen boten sich den Gastgebern weitere Möglichkeiten. So bediente Clayton Dilucia, doch der zielte aus zwölf Metern direkt auf den Weinheimer Schlussmann (66.). Dann legte Kohle für Clayton ab, aber auch den Schuss des Brasilianers konnte Bisch entschärfen (72.). Wenigstens noch zweimal konnte Bischs Gegenüber Julian Hauser sein Können zeigen: Zunächst parierte der Balinger Torhüter gegen Schäfer (73.) und anschließend auch gegen Attila Laskai (76.). Weitaus zwingender agierten die Maier-Schützlinge. Kohle (85.) und Dilucia (86.) hatten den vierten Treffer auf dem Fuß, den schließlich der eingewechselte Benjamin Schuhmacher mit seinem ersten Oberligator besorgen sollte. Der Ex-Isinger traf – halb Flanke, halb Schuss, zudem leicht abgefälscht – mit einem Lupfer in der 87. Minute ins lange Eck. Weinheim hätte sich beschweren können, wenn die Balinger nachgelegt hätten. Clayton (89., rechts vorbei) und Willig (90., nach Dilucia-Zuspiel direkt auf den Keeper) verschmähten in den Schlussminuten weitere Treffer. Weiter geht's für die Balinger am Ostermontag (Anpfiff 14 Uhr, Bezirkssportanlage Waldau) mit dem Auswärtsspiel bei den Stuttgarter Kickers 2. Die „Blauen“ sind zweifellos die Mannschaft der Stunde in der Oberliga: Die Elf des aus Rangendingen stammenden Trainers Björn Hinck hat seit sieben Spieltagen nicht mehr verloren und zuletzt fünf Mal in Folge (!) gewonnen. Am vergangenen Wochenende setzten sich die Degerlocher bemerkenswert klar mit 4:1 in Crailsheim durch. Bei einem Spiel Rückstand weisen die Kickers nunmehr nur noch fünf Zähler Rückstand auf die TSG auf.

24.03.2010

Vorbericht TSG - TSG Weinheim

Vier Mal in Folge hat die TSG Balingen verloren. Der Fußball-Oberligist sollte gegen die TSG Weinheim also punkten. Denn das Duell am Samstag (Beginn 15 Uhr, Au-Stadion) ist ein Schlüsselspiel.

Der elfte Tabellenplatz ist trügerisch: Weil die TSG Balingen (24 Punkte aus 21 Spielen) zum Kreis jener sieben Vereine gehört, die am meisten Spiele ausgetragen haben, sollte sich das Team in Acht nehmen. Denn die nachfolgenden Klubs könnten in ihren „Hängepartien“ Boden gutmachen – und damit die TSG in eine Lage manövrieren, die wohl mit sportlichen Existenzsorgen überschrieben werden müsste. Damit es nicht soweit kommt, müssen Punkte her. Am besten deren drei gegen die TSG Weinheim, die als Tabellensiebter in die Rolle des besten Aufsteigers geschlüpft ist. Erst im vorigen Sommer kehrten die Kurpfälzer ins baden-württembergische Fußball-Oberhaus zurück, in dem sie zuvor jahrzehntelang zum Inventar gehört hatten. Mit Trainer Dieter Heimen, einst Profi in Schalke und bei Waldhof Mannheim, zudem Spielervermittler mit Kontakten zu Real Madrid, Barcelona, Chelsea oder Arsenal London, haben sich die Weinheimer enorm gefestigt. Ins Auge sticht der 3:0-Coup kurz nach der Winterpause beim Kehler FV. Dass die Nordbadener nicht unverwundbar sind, beweist die jüngste 1:3-Heimniederlage gegen den TSV Crailsheim. Trotz allem gilt: Mehr denn je tut die TSG Balingen gut daran, sich an den eigenen Vorgaben zu orientieren. Und diese lauteten vor der Runde zuallererst: Fußballerisch solle sich die Mannschaft weiter entwickeln. Aber gerade in diesem Punkt krankte es zuletzt. Vier Pleiten in Serie dienen als eindeutiges Indiz dafür, dass den Balingern momentan einiges abgeht. Primär moniert Trainer Karsten Maier die fehlende Durchschlagskraft: „Wir müssen im Offensivbereich zulegen“, fordert der Coach – und ergänzt: „Zudem gilt es, zielstrebiger und couragierter zu Werke zu gehen.“ Die arg angespannte Personalsituation spielt dem Balinger Trainer sicherlich nicht in die Karten. Trotzdem möchte Maier nicht lamentieren: „Wir müssen in allen Bereichen ein paar Prozent mehr in die Waagschale werfen. Wer auf dem Platz steht, ist zweitrangig. Jeder ist gefordert.“ Der TSG-Kommandogeber spricht ohne Umschweife von einer „generell schwierigen Phase“, in der sich sein Team nach den drei Niederlagen mit jeweils einem Tor Differenz befinde. Kurzum: „Gegen Weinheim wollen wir die Trendwende erzwingen“, sagt Karsten Maier, der aber auch Revanchegelüste für die „bittere Hinspielpleite“ hegt: Im ersten Vergleich hatten die Balinger mit 1:2 den Kürzeren gezogen, obwohl sie beileibe nicht die schlechtere Mannschaft gestellt hatten. Nun sollen ein „unbedingter Siegeswille und unbändige Laufbereitschaft“ dazu beitragen, dass im Rückspiel die Zähler in Balingen bleiben. „Die Phase der bitteren Niederlagen müssen wir einfach beenden“, stellt der Trainer klar. Von den zuletzt verletzten Spielern kehrt keiner ins Aufgebot zurück. Nach langer Pause hat Martin Taube in dieser Woche zwar erstmals wieder trainiert, doch käme ein Einsatz zu früh. Ebenso verhält es sich mit Christian Deufel, der langsam aufgebaut wird. Gespielt wird in jedem Fall auf dem Rasenplatz – was als Zeichen für den angestrebten Umschwung gedeutet werden kann. Zuletzt wurde nämlich nur auf Kunstrasen gekickt – und verloren.