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19.04.2010
0:3 Niederlage in Hoffenheim
Die TSG Balingen kassierte beim Topfavoriten 1899 Hoffenheim die erwartete Niederlage. Im Rahmen seiner Möglichkeiten verkaufte sich der Fußball-Oberligist trotz der 0:3 (0:2)-Pleite ordentlich.
Es gab, wie befürchtet, nichts zu holen in Hoffenheim. Die TSG warf zwar ihre kämpferischen und spielerischen Fähigkeiten in die Waagschale, scheiterte aber letztlich doch an der individuellen Klasse des Kontrahenten, der nach der 0:1-Niederlage von Verfolger Walldorf in Weinheim den Meistertitel praktisch in der Tasche hat. Insbesondere in der ersten Halbzeit waren die Hoffenheimer klar besser. Nach der Pause präsentierte sich die TSG aber auf Augenhöhe mit dem Favoriten und mutmaßlichen Aufsteiger. Hoffenheim gegen Balingen – das ungleiche Duell zeichnete sich schon in der Statistik ab: Die Bundesliga-Reserve hat seit dem 24. Oktober kein Spiel mehr verloren. Noch mehr: von diesen 14 Partien haben die Hoffenheimer 13 gewonnen, und zwar, so unglaublich es klingt, alle 13 ohne Gegentor. Zudem gaben die Kraichgauer im heimischen Dietmar-Hopp-Stadion, bis zum Bundesliga-Aufstieg die Heimspielstätte der Rangnick-Elf, in der laufenden Runde keinen einzigen Zähler ab: 13 Siege in 13 Spielen – und das bei 40:9 Toren. Demgegenüber stand gestern die TSG Balingen, die in der Rückrunde erst zwei von acht Partien gewann (zuletzt 2:0 in Illertissen, davor 4:0 gegen Weinheim) und personell aus dem letzten Loch pfeift.
Never chance a winning Team – getreu diesem Motto nahm Balingens Trainer Karsten Maier gegenüber dem 2:0-Sieg in Illertissen keine personellen Änderungen in der Mannschaftsformation vor. Hoffenheim legte von Beginn an ein hohes Tempo vor und ging bereits nach neun Minuten in Führung. Nach einer Freistoßflanke von Andreas Ludwig köpfte Robin Neupert aus kurzer Entfernung unhaltbar zum 1:0 ein (9.).
Die TSG gab zwar keineswegs nur den Sparringspartner ab, sondern zeigte Stärke in den Zweikämpfen und startete selbst vielversprechende Angriffe. So verfehlte eine Dilucia-Hereingabe Freund und Feind (13.). Doch unterm Strich wurde schnell deutlich, dass die Gastgeber ihre fußballerische Klasse über kurz oder lang in Treffer ummünzen würden. So ließ das 2:0 nicht lange auf sich warten. Ein Ballverlust von Nurullah Güven leitete das Tor von Philipp Klingmann ein, der den Ball maßgenau ins linke, untere Toreck zischen ließ (25.). Echte Möglichkeiten für die Gäste blieben Mangelware, auch wenn auf der Gegenseite gleich zwei Balinger an einer Üner-Flanke vorbei rutschten (37.). Anschließend rettete Sebastian Kellner mit einer Fußabwehr klasse gegen Ludwig (39.). Nachdem Karsten Maier schon früh Kohle durch Üner ersetzte, wechselte der TSG-Coach zum zweiten Durchgang Clayton für Candan ein. Ab der 47. Minute agierten die Kreisstädter in Überzahl, weil Dominik Kaiser nach einem harten Einsteigen gegen Dilucia von FIFA-Schiri Michael Kempter die gelb-rote Karte gesehen hatte. Kurz darauf köpfte Schreyeck nur knapp am 1899-Kasten vorbei (49.). Ohnehin startete die TSG äußerst schwungvoll und couragiert in die zweiten 45 Minuten und kaufte den Kraichgauern in vielen Situationen den Schneid ab. Eine Riesenchance hatten Steinwandel und Clayton, die frei vor 1899-Keeper Vollath nicht zum Abschluss kamen (60.). Eine weitere Üner-Flanke köpfte Dilucia vorbei (65.) und Schreyeck traf nach einem Clayton-Pass das Außennetz (72.). Während die Balinger einfach nicht trafen, machten es die Hausherren besser: Mit ihrer ersten echten Möglichkeit in der zweiten Halbzeit erzielten die Hoffenheimer das 3:0. Einen Bilderbuchkonter schloss Christoph Hemlein ab, die Entscheidung. Für die TSG geht's diesen Samstag mit einem Heimspiel weiter: Um 15.30 Uhr wird die Begegnung gegen den FC Denzlingen angepfiffen – dabei gibt es ein Wiedersehen mit dem in der Winterpause von Balingen nach Denzlingen gewechselten Erik Raab. Am 1. Mai (15.30 Uhr) folgt das Gastspiel beim Kehler FV, drei Tage später kreuzt der FC Nöttingen zum Nachholspiel im Au-Stadion auf (4. Mai, 18.30 Uhr).
15.04.2010
Vorbericht TSG Hoffenheim II - TSG
Am Regionalliga-Aufstieg von 1899 Hoffenheim 2 zweifelt kaum jemand – und auch nicht daran, dass der Oberliga-Spitzenreiter am Sonntag (15 Uhr) gegen die TSG Balingen gewinnt.
Ist das die Chance für den Außenseiter? Die Rollen sind klar verteilt. Sehr klar. Da sind auf der einen Seite die Hoffenheimer Berufsfußballer, und auf der anderen die Balinger Feierabendkicker. Und dann diese Bilanz: Die Truppe von Markus Gisdol konnte als souveräner Erster bislang alle (!) Heimspiele gewinnen: 13 Siege in 13 Partien – bei 40:9 Toren. Und nun kommt Balingen. Nur. „Fakt ist, dass auch die Hoffenheimer zu elft antreten und das Spiel bei 0:0 beginnt“, sagt der Balinger Trainer Karsten Maier keck – und kann dabei ein leichtes Schmunzeln kaum unterdrücken. Denn der Coach weiß allzu genau, dass es wenige gibt, die seiner Elf im Kraichgau eine Chance einräumen. Die krasse Außenseiterrolle fällt den Balingern angesichts der extrem gegensätzlichen Rahmenbedingungen zwangsläufig zu: Hoffenheim trainiert unter Vollprofibedingungen und bietet Akteure wie den finnischen Nationalspieler Jukka Raitala oder Kai Herdling auf, der am Hoffenheimer Durchmarsch von der Regional- in die Bundesliga beteiligt war. „Das sind schon Klasseleute, fußballerisch super“, schwärmt Karsten Maier, dessen Mannschaft das Hinspiel nur mit 1:2 verloren hat. Rekrutieren sich die nicht im eigenen Nachwuchsbereich ausgebildeten Kicker des Tabellenführers vom 1. FC Köln, VfB Stuttgart, Alemannia Aachen, VfL Wolfsburg oder FC Bayern München, so bediente sich die TSG bei ihren „Neuen“ in Ergenzingen, Bösingen, Ofterdingen oder bestenfalls Pfullendorf. Gegenüber dem personellen Schlaraffenland der Hoffenheimer kommt die Balinger Spielerliste also sehr armselig daher. Dass sich die Gisdol-Elf den Titel krallt, glaubt selbst deren engster Verfolger: „Hoffenheim könnte locker in der Regionalliga mithalten“, behauptet Walldorfs Trainer Roland Dickgießer. Aktuelle Toptorjäger der Bundesliga-Reserve: Kai Herdling und Adama Jabiri, die bislang jeweils 15 Treffer beisteuern konnten. Mit einer Spur Frechheit, insbesondere aber mit einem kompakten, taktisch-disziplinierten und laufintensiven Auftreten möchten die Balinger im schmucken Dietmar-Hopp-Stadion so lange wie möglich dagegen halten. „In Illertissen haben wir eine sehr starke Mannschaftsleistung gezeigt“, erinnert Karsten Maier an den überraschenden, aber verdienten 2:0- Erfolg im Nachholspiel unter der Woche. Dass dieser beim Tabellenfünften gelang, wertet den „Dreier“ sicherlich auf – und macht Mut. Immerhin haben Maiers Auserwählte bei einem Gegner gewonnen, der noch vor kurzem den Drittligisten Heidenheim aus dem WFV-Pokal kegelte. Anders ausgedrückt: Wenn Illertissen, warum nicht auch Hoffenheim...? „Wir freuen uns auf dieses Spiel in einem Super-Stadion, auf perfektem Rasen – kurzum: Bedingungen, die wir einmal pro Saison antreffen“, teilt Karsten Maier mit. Gibt's eine Außenseiterchance? Maier: „Vielleicht. Wenn wir 90 Minuten lang unser Maximum abrufen und dann noch ein wenig Glück haben, könnte 'was drin sein. Eine Chance besteht immer.“
Schlachtenbummler können im Mannschaftsbus mitfahren. Abfahrt ist am Sonntag um 11 Uhr beim Balinger Au-Stadion.































