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10.05.2010

Schwache 1:2 Niederlage

Das wäre ihr Preis gewesen: Mit einem Sieg hätte sich die TSG Balingen praktisch in Sicherheit bringen können. Doch nach dem 1:2 (0:0) gegen den SV Spielberg muss der Oberligist weiterhin zittern.

Um den Ausdruck „Stauch“ kamen die Besucher der Oberligapartie zwischen Balingen und Spielberg nicht umhin. Speziell in der ersten Hälfte wurde ihnen salzarme Magerkost aufgetischt – das Gebotene als ereignisarm zu umschreiben, wäre untertrieben. Nicht einen einzigen Torschuss gaben die beiden Teams in den ersten 45 Minuten ab – so etwas gibt's im Au-Stadion ansonsten nur bei der Leichtathletik. Dabei hätte die Ausgangslage durchaus ein Duell mit offenem Visier erahnen lassen: Spielberg musste unbedingt gewinnen, um sich die Chancen auf den Klassenerhalt zu wahren – Balingen sollte siegen, um den Ligaverbleib vorzeitig in trockene Tücher zu wickeln. Doch all' diese Ambitionen lähmten die Akteure mehr, als dass sie sie zu Leistung anspornten. Bezeichnend: Über den ersten Durchgang verloren beide Trainer nach dem Schlusspfiff keine einzige Silbe. Dabei gab's trotz alledem eine, allerdings schmerzliche, Nachricht für die Hausherren: Schon nach zehn Minuten humpelte Christian Deufel vom Feld. Vieles deutet darauf hin, dass beim Routinier die längst überwunden geglaubte Wadenverletzung erneut aufgebrochen ist. Nach der Pause war's wie mit der Flasche Ketchup: Erst kommt gar nichts, dann alles auf einmal. Ein wahres Chancen-Feuerwerk brannten beide Mannschaften ab der 50. Minute ab. Auf den ersten Balinger Torschuss (Dilucia, 50.) folgte ein Beinahe-Eigentor von Spielbergs Benz (Kopfball, 53.), dann reagierte TSG-Keeper Kellner zweimal glänzend: Zunächst wehrte er den Schuss des alleine durchgebrochenen Marius Schäfer ab und den Nachschuss von Timo di Giorgio entschärfte der Torhüter ebenfalls (54.). Auch gegen Pinna blieb der Balinger Schlussmann erster Sieger (55.). Obwohl Kellner zu den Besten auf dem Feld gehörte, konnte er wenig später den Rückstand nicht verhindern: Alexander Merkel köpfte eine gut getimte Flanke aus kurzer Distanz ins Tor (56.). Dieser Treffer forcierte die Bemühungen keineswegs – zu unvorbereitet waren beide Teams auf ein Tor, als dass die einen nun endlich aufwachten, oder die anderen nachlegen konnten. Stattdessen machte sich eine zeitlang erneut Langeweile breit, ehe Sebastian Ganz' Kopfball ans Außennetz (64.) die Balinger wieder aufweckte. Eine einzige gelungene Szene reichte schließlich aus, um den Ausgleich zu markieren: Felice Dilucia, der wenig später wegen Meckerns mit gelb-rot vom Platz flog, flankte bei einem Freistoß auf Andreas Kohle und der köpfte das 1:1 (67.).
Mit diesem Unentschieden hätten die Balinger im Prinzip gut leben können, zumal ein Mössner-Freistoß nur knapp am TSG-Kasten vorbeizischte (71.) und Marius Müller in Kellner seinen Meister fand (72.). Zwei Möglichkeiten der Gastgeber führten aber letztlich dazu, dass manche – durchaus wahrheitsverschoben – hinterher von einem vergebenen Sieg sprachen. In der Tat hätte es klingeln können, als sich Buchstor stark den Ball erkämpft hatte, nach innen passte, aber Üner nur ans Außennetz köpfte (72.). Oder, als urplötzlich Martin Taube im Spielberger Strafraum frei zum Schuss kam, dabei aber um gut fünf Meter verzog (82.). Ob's auch am megahohen, weil ungemähten Rasen lag? Verdient wäre eine Führung jedenfalls nicht gewesen. Spielberg ließ sich von diesen kapitalen Einschussmöglichkeiten nicht beeindrucken und entwickelte in der Schlussphase den größeren Siegeswillen. So war den Gästen das 1:2 kurz vor Spielende fast zu gönnen: Mössner flankte nach innen, wieder Merkel war zur Stelle – Tor (89.)!
Glückliche Fügung für die TSG: Die Maier-Elf erhält in dieser Woche gleich zweimal die Chance zur Rehabilitation. An Christi Himmelfahrt geht's zum 1. FC Normannia Gmünd und am Sonntag (Spielbeginn jeweils 15 Uhr) kreuzt der TSV Crailsheim auf. Für beide Kontrahenten geht's de facto um nichts mehr. Gmünd rangiert als Siebter jenseits von Gut und Böse, Crailsheim steht bereits als Absteiger fest.

06.05.2010

Vorbericht TSG - SV Spielberg

Gegen den SV Spielberg möchte die TSG Balingen ihren Siegeszug fortsetzen. Das zweite Heimspiel in dieser Woche bestreitet der Fußball-Oberligist am Samstag ab 15.30 Uhr im Au-Stadion.

Es ist ein Duell zweier aufstrebender Klubs: Die TSG Balingen, zuletzt dreimal am Stück siegreich, trifft auf den SV Spielberg, der drei seiner zurückliegenden vier Spiele gewonnen hat. In dieser Partie eröffnet sich den Gastgebern die große Chance, mit einem weiteren Sieg den Klassenerhalt so gut wie perfekt zu machen. Denn just Spielberg belegt den viertletzten Tabellenplatz und weist derzeit 30 Punkte auf. Die TSG kommt als aktueller Elfter auf 39 Zähler – und wäre bei einem neuerlichen „Dreier“ von den nordbadischen Gästen nur noch in der Theorie einzuholen. „Spielberg kämpft sehr eindrucksvoll um den Verbleib in der Oberliga“, zollt Karsten Maier vor dem morgigen Kontrahenten viel Respekt. Die Badener legten eine gesunde Mischung aus Kampfkraft, technischer Finesse und Siegeswillen an den Tag, berichtet der Balinger Coach, der beispielhaft das jüngste Spielberger Heimspiel gegen den TSV Crailsheim in Erinnerung ruft: Da lag der letztjährige Meister der Verbandsliga Baden zur Pause mit 0:1 hinten und gewann am Ende noch mit 5:1. „Als wir vor 16 Jahren in die Verbandsliga aufgestiegen sind“, erzählt der Spielberger Trainer Martin Fleck, „hat man von einem Abenteuer gesprochen, das nach einer Saison beendet sein wird.“ Nun, nach dem Sprung in die Oberliga, hätten viele Betrachter Ähnliches geäußert. Deshalb sagt Fleck: „Wenn das Abenteuer wieder 16 Jahre lang anhält, hätten wir bestimmt nichts dagegen. Doch dazu müssen wir uns zunächst das zweite Jahr Zugehörigkeit zu dieser Klasse sichern.“ Den Spielbergern gelangen immer wieder überraschende Resultate. So fertigte die Fleck-Elf die Stuttgarter Kickers gleich zweimal (5:0 und 2:0) ab, kam auch beim seinerzeit richtig starken VfL Kirchheim zu einem 2:2, gewann gegen den Bahlinger SC (3:2) und düpierte auswärts den Mitaufsteiger Weinheim (4:0). Nach und nach stellte das Team so den Anschluss ans hintere Mittelfeld her. Überragender Spielberger Akteur ist Marius Schäfer, der mit aktuell 17 Treffern Zweiter in der Oberliga-Torschützenliste ist und von anderen Vereinen natürlich heftig umworben wird. „Wir wollen unbedingt nachlegen“, sagt der Balinger Trainer Karsten Maier, der dieselben Tugenden wie seit Wochen einfordert: Kompakt stehen, schnell umschalten, konzentriert sein. „Zuletzt haben wir uns zahlreiche Tormöglichkeiten herausgespielt – das zeigt, dass wir uns auf einem guten Weg befinden“, berichtet Maier. Gravierende personelle Änderungen im Vergleich zum Dienstagspiel gegen Nöttingen sind nicht zu erwarten. Zur Abstiegsfrage: Derzeit ist von vier Absteigern auszugehen, weil nach Auskunft des Verbandes der SSV Reutlingen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in die Oberliga eingestuft wird. Es könnte aber auch fünf Vereine treffen. Das wäre der Fall, sobald ein weiterer Klub aus der Regionalliga hinzu kommt. Ein Kandidat dafür ist der SV Waldhof Mannheim, der bis zum 4. Juni Auflagen erfüllen muss, um die Lizenz für die Regionalliga zu erhalten. Gelingt das dem Verein nicht, muss er in die Oberliga runter – und dort wiederum gäb's fünf Absteiger. Auf den fünftletzten Platz (Durlach/33) hat die TSG derzeit sechs Punkte Vorsprung.