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06.04.2010

1:2 Niederlage bei den Kickers

Trotz einer sehr passablen Vorstellung unterlag die TSG Balingen bei den Stuttgarter Kickers 2 mit 1:2 (0:0). Nach einem 0:2-Rückstand drängte der Fußball-Oberligist vergeblich auf den Ausgleich.

Nicht schlecht gespielt, aber verloren: Die TSG Balingen zeigte sich gegen die starke Kickers-Reserve auf Augenhöhe, zog am Ende aber den Kürzeren. Die Vorzeichen für ein flottes Duell standen nicht schlecht: Zwar trat die von Verletzungssorgen gebeutelte TSG Balingen erneut mit arg dezimiertem Kader an, doch zuletzt war dem Team von Karsten Maier nach zuvor vier Niederlagen ein überzeugender 4:0-Erfolg gegen die TSG Weinheim gelungen. Noch deutlich mehr durften die Stuttgarter Kickers in die Waagschale werfen: Seit acht Spieltagen unbesiegt waren die „kleinen Blauen“, die zudem im Nachholspiel am Gründonnerstag gegen den zuvor neun Mal in Folge ohne Gegentor (!) siegreichen Tabellenführer 1899 Hoffenheim ein 2:2 erreicht hatten. Dabei zeigten die Kickers nicht nur eine bewundernswerte Moral, sondern auch sehr viel Spielstärke: „Vor dem Ausgleich haben wir Hoffenheim zeitweise an die Wand gespielt“, freute sich Trainer Björn Hinck, der sich lediglich darüber ärgerte, „dass sich meine Mannschaft in den ersten Minuten zu passiv verhalten hat. Nach der Pause waren wir aber absolut gleichwertig.“ Gegen die TSG galten die Stuttgarter somit als Favorit. Bitter: Schon nach 13 Minuten musste Karsten Maier wechseln: Für Manuel Pflumm, der sich beim Zusammenprall mit dem eigenen Keeper eine Platzwunde zugezogen hatte, kam Kevin Ketis. Zuvor hatte der TSG-Coach dieselbe Elf wie in der Vorwoche aufgeboten.
In der 22. Minute die erste Chance in einer abwechslungsreichen, weil temporeichen Partie: Clayton spielte auf Andreas Kohle, doch dessen Flachschuss parierte Kickers-Schlussmann Günay Güvcenc im Nachfassen. Balingen kam nun zunehmend besser ins Spiel, attackierte früh und gab einen mehr als ebenbürtigen Gegner ab. Kurz vor der Pause kamen die Stuttgarter zu einer dicken Möglichkeit, als Caglar Celiktas den Ball aus spitzem Winkel an den Außenpfosten setzte (44.). Beachtlich: Unter den gut 250 Zuschauern, die übrigens Saisonrekord für die Hausherren bedeuteten, befanden sich 100 Balinger Schlachtenbummler.
Gleich nach Wiederbeginn die kalte Dusche für die TSG: Einen Eckball auf den langen Pfosten nahm der völlig freistehende Nick Fennell volley und das Leder zischte unhaltbar für Julian Hauser in die Maschen (48.). Die Kickers wurden nun stärker, zwangen die TSG zu Fehlern. Aus der Distanz versuchte es Predrag Sarajljic, der aber vorbeizielte (56.). Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, mit etlichen brisanten Strafraumszenen. In dieser Phase zeichnete sich bereits ab, dass ein zweiter Kickers-Treffer die Vorentscheidung bedeuten könnte – Balingen sich aber keineswegs geschlagen gab und alles versuchte, um die drohende Niederlage abzuwenden. Im Anschluss an eine Ecke verpasste Kevin Ketis den Ausgleich, als er am Kasten vorbeiköpfte (64.). Dann aber das 2:0: Eine vom erneut freistehenden Fennell verlängerte Freistoßflanke nickte Kaan Tosun mühelos ein (68.). Aber Balingen meldete sich schnell zurück. Auf Freistoßvorlage von Felice Dilucia köpfte Jörg Schreyeck das 2:1 (71.). Sollte etwa noch etwas gehen? Nein: Die letzte Möglichkeit besaß Kohle, dessen Schuss von Güvcenc über die Latte gelenkt wurde (90.). Diesen Samstag (15.30 Uhr, Au-Stadion) empfangen die Maier-Schützlinge den ASV Durlach zum Heimspiel. Die Karlsruher Teilstädter kamen zuletzt nicht über ein 0:0 gegen Crailsheim hinaus und benötigen im Kampf gegen den Abstieg jeden Punkt. Das vom ehemaligen KSC-Profi Rainer Krieg trainierte Team, das 2008 badischer Pokalsieger geworden war, ist erneut ein Vertreter aus der Kategorie „spielstark“. Auf die Balinger wartet nach der Partie gegen Durlach eine „englische Woche“ mit den Nachholspielen bei den Spitzenteams in Illertissen (13. April/Dienstag) und Hoffenheim (18. April/Sonntag).

31.03.2010

Vorbericht Stuttgarter Kickers II- TSG

Viel schwerer hätte es kaum kommen können. Die TSG Balingen gastiert am Ostermontag (Beginn 14 Uhr) bei den Stuttgarter Kickers 2. Die „Blauen“ sind das Team der Stunde in der Oberliga.

Die Geschichte wiederholt sich – und ist trotzdem, oder gerade deswegen, Jahr' für Jahr' verblüffend: Die zweite Mannschaft der Stuttgarter Kickers müht sich meist mehr schlecht als recht durch die Oberliga-Hinrunde, bereitet sich in der anschließenden Winterpause akribisch vor, angelt sich noch ein paar interne und externe Neuzugänge – und löst dann die Handbremse. Seit sieben Spielen haben die „kleinen Blauen“ nun nicht mehr verloren, zuletzt gab es fünf Siege am Stück. Mittlerweile ist die Mannschaft von Trainer Björn Hinck schon Tabellen 13. – eine starke Bilanz für ein Team, das in der Hinserie zwischenzeitlich Tabellenletzter gewesen war. Selbstverständlich war diese Entwicklung ein Stück weit vorauszusehen. Ganz bestimmt sind die Startschwierigkeiten auch dem riesigen Umbruch innerhalb des Kaders geschuldet. 13 Abgänge beklagte Björn Hinck vorigen Sommer, allein zehn davon rückten zu den eigenen Profis auf. „Das ist zwar schön“, sagt der aus Rangendingen stammende Coach, der die Berufungen als Bestätigung seiner Arbeit verbuchen kann, „aber es zieht eben auch einen langen Prozess nach sich.“ 17 „Neue“ haben die Kickers vor dieser Runde geholt, viele natürlich aus dem eigenen Nachwuchsbereich, manche aber auch „von oben“: Mit Boris Gatzky (Butler University, Indianapolis), insbesondere aber mit Predrag Sarajlic (SGV Freiberg) stießen kurz vor der Rückrunde zwei Topkräfte dazu. Und die gefundene Mischung stimmt jetzt: Nach dem jüngsten 4:1-Erfolg beim TSV Crailsheim sprach Hinck sogar davon, dass sein Team im Spielaufbau und Zweikampfverhalten „etwas zu nachlässig“ agiert habe – so etwas nennt man wohl ein echtes Luxusproblem. Zugute kommen könnte den Balingern, dass die Stuttgarter über Ostern zweimal ran müssen: Bereits heute spielen die Kickers gegen den Liga-Topfavoriten Hoffenheim, am Ostermontag, gegen die TSG, folgt somit das zweite Heimspiel binnen vier Tagen. Balingens Trainer Karsten Maier geht von einem „sehr spielstarken“ Gegner aus, zumal die Kickers im Moment auf etliche Akteure aus dem Lizenzkader zurückgreifen könnten. „Und diese Spieler verleihen der Mannschaft natürlich sehr viel Sicherheit“, weiß Maier, der eine entsprechend gut organisierte Kickers-Elf erwartet. Die jüngsten Ergebnisse der Stuttgarter bezeichnet der Balinger Coach „angesichts der personellen Verstärkungen“ als „nicht wirklich überraschend“. Von seiner Mannschaft fordert Karsten Maier „dieselbe Entschlossenheit wie beim 4:0 gegen Weinheim“ und, „dass wir unser Spiel durchziehen, kompakt stehen und immer wieder angreifen.“ Die Startelf dürfte dieselbe wie in der Vorwoche sein. Zum einen besteht angesichts des jüngsten Sieges kein Handlungsbedarf, zum anderen konnte niemand von der langen Verletztenliste gestrichen werden. Erschwerend kommt hinzu, dass Levent Üner (Spätschicht) diese Woche im Training fehlte. Ein Hintertürchen lässt sich Maier bei Martin Taube offen: Möglicherweise kommt der Rekonvaleszent zu einem Kurzeinsatz.
Für Fans besteht Mitfahrgelegenheit im Mannschaftsbus. Abfahrt ist am Montag um 11.15 Uhr.