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20.09.2009
4:1 Befreiungsschlag!
Mit einem 4:1 (1:1) gegen die Stuttgarter Kickers 2 gelang dem Fußball-Oberligisten TSG Balingen ein Befreiungsschlag. Das Kellerduell verlief allerdings nicht so einseitig, wie es das Ergebnis vermuten ließe. Spielstarke Kickers gegen kämpferisch überzeugende Balinger: Im Kellerduell der Fußball-Oberliga demonstrierten beide Mannschaften durchaus, weshalb sie bislang nicht so recht in die Gänge gekommen sind.
Während die Stuttgarter beste Torchancen versiebten, mangelte es den Hausherren lange Zeit an spielerischer Raffinesse. Doch nach einer bescheidenen ersten Halbzeit steigerte sich die TSG und kam noch zum ersehnten Sieg, der eine Verbesserung um zwei Tabellenplätze mit sich bringt. Die Gastgeber erwischten einen Bilderbuchstart. Felice Dilucia fand mit seinem Eckball zunächst Jörg Schreyeck als Abnehmer, doch der Kopfball des Kapitäns wurde leicht abgefälscht und landete erneut im Toraus. Die zweite Dilucia-Ecke segelte auf den langen Pfosten, wo der Brasilianer Clayton lauerte und locker-leicht zum 1:0 einnickte (2.). Wenig später hätten die Balinger ihr Polster beinahe ausgebaut. Clayton flankte nach einem Doppelpass mit Levent Üner diesmal auf Dilucia, doch dessen Kopball strich am Tor vorbei (4.).
Wer nun glaubte, dass die Maier-Schützlinge ihren Gegner in Grund und Boden laufen, wurde fortan eines Besseren belehrt. Die Kickers schwammen sich nach indisponierten Anfangsminuten zunehmend frei und kamen selbst zu ihren ersten Chancen. TSG-Keeper Julian Hauser musste aber zunächst nicht wirklich eingreifen. Dafür wurde es auf der Gegenseite gefährlich: Dilucia war zum einen Vorlagengeber für Jörg Schreyeck, dessen Kopfball der gute Stuttgarter Schlussmann Patrick Gühring parierte (28.), und zum anderen für Manuel Pflumm, der ebenfalls in Gühring seinen Meister fand (30.). Schließlich köpfte Clayton gegen den Pfosten – er wäre aber ohnehin im Abseits gestanden (36.). Als sich viele bereits auf die Pausen-Wurst freuten, fiel urplötzlich der Ausgleich. Franco Petruso traf mit einem Freistoß aus 18 Metern ebenso trocken wie flach ins rechte Eck – das 1:1 (43.). Den Beginn des zweiten Durchgang verpennten die Balinger, aber Maikel Boric konnte aus der besten Kickers-Chance kein Kapital schlagen (52.). Mit der Einwechslung von Marc Buchstor kam endlich frischer Schwung in die TSG-Offensive. Erik Raab blieb noch an Gühring hängen (62.), Dilucia knallte aus 18 Metern drüber (68.) – aber dann war's soweit: Buchstor setzte sich an der Außenlinie durch, flankte in die Mitte und dort köpfte Jörg Schreyeck aus drei Metern Richtung Tor. Gühring stoppte den Ball mit dem Gesäß, doch das Leder prallte zurück und der Spielführer schob zum umjubelten 2:1 ein (70.). Wenig später die Entscheidung: Üner bediente Clayton, der Südamerikaner lupfte den Ball über seinen Gegenspieler und rannte mutterseelenallein Richtung Tor. Aus 16 Metern schob der Neuzugang nervenstark ins linke, untere Eck ein, das 3:1 (73.). Die Balinger spielten nun befreit auf, während den Kickers, zumal seit der 63. Minute (gelb-rot gegen Burak Mucan) in Unterzahl, nicht mehr sonderlich viel einfiel. Der vierte Treffer ließ deshalb nicht lange auf sich warten: Über Schreyeck, Üner und Dilucia gelangte der Ball zu Marc Buchstor, und dieser erzielte das 4:1 (77.)! Noch zwei gute Gelegenheiten gab's auf jeder Seite: Nach Buchstor-Pass lenkte Gühring einen Clayton-Schuss mit den Fingerspitzen über die Latte (82.) – und der Stuttgarter Andre Oliveira traf aus fünf Metern nur die Latte (87.). Mit dem zweiten Saisonsieg hat die TSG Balingen Anschluss zum Mittelfeld gefunden. Als Tabellen-14. weisen die Kreisstädter nur drei Zähler Rückstand auf Rang elf auf. Die Kickers wiederum dümpeln nach der siebten Niederlage in Folge als Schlusslicht im Tabellenkeller. Ein (möglicher) Nichtabstiegsplatz ist mittlerweile schon vier Punkte entfernt.
Diesen Samstag (15.30 Uhr) gastiert die TSG beim Tabellennachbarn ASV Durlach (12.). Zu diesem Auswärtsspiel möchten die Balinger eine große Fanaktion anleiern.
17.09.2009
Vorbericht TSG - Stuttgarter Kickers
Von einem Schicksalsspiel redet keiner. Nicht von der Hand zu weisen ist aber, dass im Oberliga-Kellerduell zwischen der TSG Balingen und den Stuttgarter Kickers 2 (Samstag, 15.30 Uhr) viel Brisanz steckt.
Der Showdown im Au-Stadion: Es stehen sich der Tabellendrittletzte und das Schlusslicht der Oberliga gegenüber.
Kein Geheimnis ist: Der Verlierer läuft Gefahr, frühzeitig im Keller festzustecken. Und nur dem Sieger eröffnet sich mittelfristig eine Perspektive Richtung Tabellen-Mittelfeld. Im Duell zwischen der TSG Balingen und den Stuttgarter Kickers 2 geht es also um viel. Um sehr viel sogar. Sieben Spieltage liegen mittlerweile hinter den 18 baden-württembergischen Oberligisten. Die Stuttgarter Kickers eröffneten die Saison mit einem 2:0-Heimsieg gegen den ASV Durlach und belegten nach dem ersten Punktspiel Platz drei. Seither aber gab's nur Niederlagen für die Elf von Trainer Björn Hinck. Der aus Rangendingen stammende Coach musste mit ansehen, wie sein Team in der Folge gegen Hoffenheim (2:4), Denzlingen (1:5), Kehl (1:2), Spielberg (0:5), Gmünd (1:3) und Crailsheim (1:2) den Kürzeren zog. Viel besser lief's für die „kleinen Blauen“ im WFV-Pokal, wo mit vier Siegen bereits das Viertelfinale (12. Dezember gegen den FV Illertissen) erreicht wurde. Die Entwicklung bei der TSG Balingen ist ähnlich. Zwar feierten die Schützlinge von Karsten Maier erst am zweiten Spieltag (3:2 gegen den FC Astoria Walldorf) ihren ersten Sieg – doch bis dato ist auch dies der einzige „Dreier“ in dieser Runde. Immerhin zeigte die Formkurve nach dem 0:4 gegen Illertissen – bislang die einzige Heimniederlage – nach oben. Gleichwohl blieb bis aufs Spiel gegen Freiberg (1:1) ein zählbarer Erfolg aus. Zuletzt verloren die Balinger jeweils knapp in Nöttingen (3:4) und Weinheim (1:2). Fast schon traditionell gab's bei den Stuttgarter Kickers in der Sommerpause viele personelle Veränderungen. Den 13 Abgängen (zehn davon rückten zu den eigenen Profis auf, sind also nach wie vor für die „Zweite“ spielberechtigt), standen 17 Neuzugänge gegenüber. Acht Neuerwerbungen haben bisher im Nachwuchsbereich gespielt, doch wurde mit Patrick Gühring (zuletzt VfL Kirchheim) auch ein Routinier verpflichtet. Der 28-Jährige stand übrigens auch schon bei der TSG Balingen zwischen den Pfosten. Die Kreisstädter wiederum bieten mit Martin Taube, Volkan Candan und Keeper Julian Hauser drei Akteure auf, die einst für die Degerlocher aktiv waren – wenn auch zum großen Teil „nur“ im Nachwuchsbereich. Zum Personal: TSG-Coach Karsten Maier kann morgen wieder auf Manuel Pflumm (Rotsperre abgelaufen) zurückgreifen, dafür fehlt weiterhin Christian Deufel, der zwar ins Training eingestiegen war, aber erneut über Probleme an der Wade klagt. Zudem steht Fatih Özkahraman nicht zur Verfügung. Immerhin: Der langzeitverletzte Neuzugang aus Frickenhausen wird demnächst an der Leiste operiert und dürfte nach seiner Genesung endlich angreifen können. Youngster Tim Wissmann schleppt sich unterdessen mit einem grippalen Infekt herum und droht ebenfalls auszufallen. Trotz aller Unwegbarkeiten glaubt Karsten Maier fest an sein Team: „Wir werden uns weiter verbessen, in dem wir die Fehler abstellen und die Fehlschüsse vermeiden“, sagt der 40-Jährige, der das Duell gegen die Kickers als „eines von 34 Saisonspielen“ bezeichnet. „Wenn wir wieder an unsere Leistungsgrenze gelangen, werden wir auch punkten“, ist der Trainer überzeugt.































