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06.09.2009

1:1 gegen Freiberg

Die TSG Balingen hat ihre Talfahrt abgebremst. Gegen den SGV Freiberg reichte es dem Fußball-Oberligisten immerhin zu einem 1:1 (1:1). Aufgrund der Spielanteile wäre sogar ein „Dreier“ verdient gewesen. Es hat nicht sollen sein. Die TSG Balingen schrammte an ihrem zweiten Saisonsieg knapp vorbei.

Gegen den SGV Freiberg spielte der Oberligist trotz einer passablen Vorstellung nur 1:1 (1:1). Nun sollte die Maier-Elf am Samstag (15 Uhr) bei der aufgestiegenen TSG Weinheim voll punkten, um nicht vorzeitig im Tabellenkeller fest zu hängen. Gemessen an den Torchancen hätten die Balinger Oberliga-Fußballer gegen Freiberg gewinnen können, ja müssen. Allerdings spielt das Hätte, Wenn und Aber bekanntlich keine Rolle. Unterm Strich stand somit ein Unentschieden, das dennoch als Erfolg zu verbuchen ist. Denn die TSG zeigte – wie schon bei der 3:4-Niederlage in Nöttingen – eine ordentliche Leistung, gepaart mit einem aggressiven Zweikampfverhalten und durchaus auch mit Spielwitz. Speziell in der Anfangsviertelstunde wiesen die Hausherren ihrem Gegner seine Grenzen auf. Immer wieder spielten die Balinger schnell nach vorne, und besaßen beste Chancen. Etwa durch Marc Buchstor, der nach einer Raab-Flanke den Pfosten traf (4.. Minute) oder durch Levent Üner, der nach einem Buchstor-Zuspiel an SGV-Keeper Sven Burkhardt hängen blieb (10.). Was folgte, war die kalte Dusche. Andreas Schwintjes schlenzte den Ball aus 20 Metern gefühlvoll Richtung Tor und erwischte dabei Sebastian Kellner auf dem falschen Fuß. Der Balinger Torhüter, der in dieser Szene seinen 16. Gegentreffer in dieser Runde kassierte, konnte nur noch zuschauen, wie das Leder zum 0:1 in die Maschen flog (17.). Es war im Übrigen die erste nennenswerte Offensivaktion der hoch gelobten Freiberger bis dahin. Kurzzeitig geschockt, rappelte sich die Elf von Karsten Maier allmählich wieder auf. So landete ein Buchstor-Kopfball nach Üner-Ecke auf der Latte (27.). Doch auch der SGV besaß eine weitere gute Möglichkeit, als Alexander Hirning rechts vorbeizielte (39.).
Das hochverdiente 1:1 fiel vier Minuten vor dem Pausenpfiff. Marc Buchstor hämmerte den Ball mit voller Wucht nach einer leicht abgefälschten Kohle-Kopfball-Verlängerung ins Tor (41.). Im zweiten Durchgang erspielte sich Balingen eine deutlichere Feldüberlegenheit. Die Pfeife von Schiri Phlipp Lehmann blieb jedoch stumm, als Jörg Schreyeck im Strafraum zu Fall kam (49.). Anschließend wurde ein Taube-Kopfball kurz vor der Torlinie geklärt (62.) Auch einen Wissmann-Schuss blockte die Freiberger Defensive (67.), die nun zunehmend unter Druck geriet. Fabian Maier scheiterte an Burkhardt (68.), Buchstor (75.) und Kohle (80.) ebenso. Dazwischen parierte Kellner gegen Hirning, der aus spitzem Winkel abgezogen hatte (73.). Die beiden letzten Chancen dieser durchaus abwechslungsreichen Begegnung hatten es in sich. Zunächst narrte Predrag Sarajlic die halbe Balinger Abwehr inklusive Keeper Kellner, verfehlte aber das leere Tor (90.). Und in der zweiten Minute der Nachspielzeit setzte Levent Üner seinen Kapitän Jörg Schreyeck stark in Szene, doch dessen Schuss strich haarscharf am langen Pfosten vorbei. Trotz der vergebenen Siegchance bleibt festzuhalten: Die TSG hat mehr als nur angedeutet, dass sie gewillt ist, die Trendwende zu schaffen. Denn allen personellen Unwegbarkeiten trotzten die Balinger, bei denen Kevin Ketis und Jörg Schreyeck, sowie der eingewechselte Nico Willig, trotz ihrer Blessuren mitwirken konnten. Dass andere durchaus in der Lage dazu sind, in die Bresche zu springen, bewies Neuzugang Benjamin Schuhmacher, der erstmals von Beginn an auflief und 90 Minuten durchspielte. Bestnoten verdienten sich zudem Schreyeck, der nimmermüde Buchstor und Youngster Maier. Beim Gegner war eindeutig Predrag Sarajlic der auffälligste Akteur, wobei sich auch Neuzugang Hirning (zuletzt FC 08 Villingen) und der eingewechselte Abwehr-Hüne Michael Zimmermann in Szene setzen konnten.

03.09.2009

Vorbericht TSG - SGV Freiberg

Nach drei Niederlagen in Folge zählt für die TSG Balingen im Heimspiel gegen den SGV Freiberg (Samstag, 15.30 Uhr) einzig und allein das Ergebnis. Die Leistung des Oberligisten in Nöttingen macht viel Mut.


Wie wichtig wäre in dieser begeisternden Partie der Ausgleich zum 4:4 gewesen! Doch in der letzten Nachspielminute hielt der Nöttinger Keeper Daniel Jilg bei einem Schuss von Martin Taube den hauchdünnen 4:3-Vorsprung für sein Team fest. Karsten Maier kann der Niederlage trotzdem viel Positives abgewinnen: „Wenn wir schon früher in der Saison so aufgetreten wären, hätten wir mehr Punkte auf dem Konto.“ Und selbst sein Nöttinger Kollege Michael Fuchs zollte der TSG Respekt: „Kompliment an meine Mannschaft, aber auch an den Gegner“, sagte der FCN-Trainer, der von einem „sehr intensiven, packenden Spiel“ sprach.
Nun: Nöttingen war, Freiberg ist. Gegen den SGV benötigen die Kreisstädter neben einer ordentlichen Leistung das dazu passende Ergebnis. Denn mittlerweile ist die Maier-Elf Drittletzter – und pfeift personell mehr denn je aus dem letzten Loch. Zu den bekannten Ausfällen gesellen sich am Samstag Felice Dilucia (Trauzeuge) und Manuel Pflumm (Rotsperre) hinzu. Es bedarf also einer gehörigen Portion Teamgeist, ungeheurem Einsatz und viel Spielwitz, um den Freibergern beizukommen. Der SGV wiederum, aktuell Tabellenfünfter, hat eine erstaunliche Entwicklung im vergangenen Jahrzehnt durchgemacht – frei nach dem Motto: Vom unbeschriebenen Blatt zum Oberliga-Dino. Als die Wasen-Kicker 2001 in die Oberliga aufstiegen, betraten sie Neuland, gingen das Abenteuer aber mit viel Idealismus und Engagement an und gelten mittlerweile als ernsthafter Anwärter auf den Aufstieg in die Regionalliga. Mit acht Jahren Oberliga-Zugehörigkeit in Folge ist Freiberg außerdem der dienstälteste Verein in der fünfthöchsten Spielklasse. Der SGV-Abteilungsleiter Uwe Hoffmann und Trainer Marcus Wenninger legen allerdings eine unterschiedliche Rhetorik an den Tag, wenn vom Rundenziel die Rede ist. Hoffmann bevorzugt die Offensive: „Wir haben in der vergangenen Saison bewiesen, dass wir gegen alle Mannschaften mithalten können und rechnen uns Chancen aus, ganz vorne mitzuspielen.“ Wenninger dämpft diese Erwartungen: „Die Oberliga ist mit Vorsicht zu genießen. Da muss man aufpassen, nicht unter die letzten Sechs zu geraten.“ Auffallend: Unter den zehn neuen Akteuren im Freiberger Aufgebot befinden sich neun U 21-Spieler. Mit Diamant Avdiu, Sebastian Rief, Albert Sajinovic (alle eigene Jugend), Josip Marovic (SSV Reutlingen) sowie dem nachträglich verpflichteten Alexander Hirning (FC 08 Villingen), der zuvor bei Profivereinen zur Probe mittrainiert hatte, haben fünf von ihnen zuletzt bei den Junioren gespielt. Zudem wurden Simon Wagner (SG Kirchardt), Sascha Häcker (SKV Rutesheim), Ercan Acar (VfL Sindelfingen), Michael Zimmermann (1. FC Normannia Gmünd) und Marian Asch (VfL Nagold) geholt. Insbesondere Zimmermann ist eine große Nummer: Der 29-Jährige, der einst für die Stuttgarter Kickers am Ball war, fungiert als Abwehrchef.
Schwer wiegt dafür der Verlust von Marco Grüttner, der in der vergangenen Saison mit 25 Treffern Oberliga-Torschützenkönig wurde und daraufhin zum Regionalligisten SSV Ulm 1846 wechselte. Der Weggang beunruhigt Marcus Wenninger allerdings nicht: „Es ist in der Mannschaft genügend Potenzial da, um dieses kleine Problem zu lösen.“