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26.10.2009
Glücklicher 3:2 Sieg gegen Kehl
Mit 3:2 (3:1) hat die TSG Balingen ihr Heimspiel gegen den Kehler FV gewonnen. Der vierte Sieg in den zurückliegenden fünf Spielen bedeutete für den Oberligisten allerdings ein sehr hartes Stück Arbeit.
Auf ihre Offensive kann sich die TSG Balingen mittlerweile verlassen. 25 Treffer haben die Kreisstädter in ihren bisherigen zwölf Spielen erzielt – nur der Tabellenzweite Hoffenheim (27) durfte öfter jubeln. Die Achillesferse bleibt somit die Abwehr: Mit 25 Gegentoren weist die Elf von Karsten Maier den drittschlechtesten Wert aller Konkurrenten auf. Der Erfolg gegen Kehl hing am seidenen Faden. Denn die Ortenauer waren zweifellos die bessere Mannschaft. Allerdings machten die Gäste aus ihrer spielerischen Überlegenheit zu wenig. „Es war ein Unterschied erkennbar“, ärgerte sich Kehls Trainer Bora Markovic nach der Partie und fügte an: „Aber wir haben zu wenig Profit aus dem Spielverlauf geschlagen.“ Die TSG erwischte wieder einmal einenTraumstart. Schon nach 40 Sekunden brachte der Brasilianer Clayton die Balinger in Führung. Nico Willig hatte geflankt, Clayton bugsierte den Ball mit dem Oberkörper über die Linie – das 1:0. Bitter für Kehl: Als Toni Hagen voll abgezogen hatte, entschied Schiri Gonzales (Waghäusel) auf gestrecktes Bein gegen die Balinger (8.). Dass das Leder wie an der Schnur gezogen ins lange Eck sauste, konnte der Referee freilich nicht ahnen. Markovic: „In dieser Szene hat der Referee eindeutig zu schnell gepfiffen.“ Kehl drückte unverdrossen weiter, aber Taube rettete nach einer scharfen Hereingabe (11.), Maisonneuve zielte drüber (14.), Imbs scheiterte nach einem Doppelpass an Kellner (15.), Zanger traf nur den Innenpfosten (16.) und Volz köpfte vorbei (18.). Wie aus dem Nichts fiel stattdessen auf der Gegenseite das 2:0. Ein weiter Einwurf von Nico Willig passierte Freund und Feind und gelangte schließlich zu Levent Üner, der das Spielgerät aus kurzer Distanz über die Linie stocherte (28.). Das lämgst fällige erste Kehler Tor ließ aber nicht lange auf sich warten. Nach einem Eckball hämmerte Toni Hagen den Ball unter die Latte (34.). Anschließend parierte Kellner gegen Berger (42.), ehe quasi mit dem Pausenpfiff erneut die Balinger zuschlugen: Einen Dilucia-Freistoß verlängerte Schreyeck, KFV-Keeper Tobias Kornmaier ließ abprallen und Martin Taube schob locker ein. Im zweiten Durchgang setzte sich das muntere Wechselspielchen fort. Zunächst waren wieder die Kehler am Drücker, aber Kellner entschärfte den Schuss von Zanger und im zweiten Versuch traf Sax wieder den Innenpfosten (51.). Das verdiente 3:2 fiel trotzdem: Ein Querschläger von Volz landete auf dem Kopf von Maisonneuve und der nickte ein (54.).
Der Rest war Warten und Bangen – zumindest aus Sicht der Balinger. Denn die knappe Führung wackelte mehrmals bedenklich. Mit zunehmender Spieldauer schwanden allerdings auch bei Kehl die Kräfte, so dass die TSG wenigstens noch zweimal gefährlich aufkam. Beim ersten ernstzunehmenden Entlastungsangriff scheiterte Buchstor nach Clayton-Zuspiel an Kornmaier (76.), beim zweiten Vorstoß war Clayton nach Doppelpass mit Pflumm auf und davon, blieb aber ebenfalls am Kehler Keeper hängen (90.). Mit dem fünften Saisonsieg verbesserte sich die Maier-Elf auf den zehnten Tabellenplatz. Zu beachten ist: Das folgende Auswärtsspiel beim Aufsteiger SV Spielberg (liegt 15 Kilometer südlich von Karlsruhe) wird entgegen der ursprünglichen Terminierung (Sonntag) schon am kommenden Samstag um 14.30 Uhr angepfiffen. „Die Spielberger haben um die Verlegung gebeten“, erläutert Bernd Jetter, der Sportliche Leiter der TSG. Demnach rechnen die Nordbadener am Samstag mit einer größeren Zuschauerkulisse als am Sonntag.
In Spielberg, das am Wochenende 1:1 in Crailsheim spielte, enden übrigens die fünf „badischen Wochen“ für die Maier-Elf, die dann in der Folge viermal gegen Ligakonkurrenten aus Württemberg (Gmünd, Kirchheim, Crailsheim, Bonlanden) gefordert wird. Erst wieder gegen Villingen (5. Dezember) wartet ein Kontrahent aus dem anderen Teil des Südweststaates auf die TSG.
TSG Balingen – Kehler FV: Das Stenogramm
TSG Balingen: Kellner; Willig, Raab, Taube, Todorovic (65. Schuhmacher), Schreyeck, Clayton, Kohle (70. Buchstor), Üner (55. Ketis), Dilucia, Pflumm.
Kehler FV: Kornmaier; Kaiser, Volz (79. Ben-Aissa), Maisonneuve, Sax (83. Dussot), Walter (68. Laifer), Zimmer, Hagen, Berger, Zanger, Imbs.
Tore: 1:0 Clayton (1.), 2:0 Üner (28.), 2:1 { Hagen (34.), 3:1 Taube (45.), 3:2 Maisonneuve (54.).
Gelb-rot: Maisonneuve (K., 86.).
Schiedsrichter: David Gonzales (Waghäusel).
Zuschauer: 550.
13. Spieltag: 1899 Hoffenheim 2 – FC Astoria { Walldorf (Fr., 19); FC Denzlingen – VfL Kirchheim (Sa., 14), SV Spielberg – TSG Balingen, SV Bonlanden – SGV Freiberg, TSG Weinheim – FC Nöttingen, 1. FC Normannia Gmünd – TSV Crailsheim, Kehler FV – FC 08 Villingen, ASV Durlach – Bahlinger SC (alle Sa., 14.30); Stuttg. Kickers 2 – FV Illertissen (So., 14).
21.10.2009
Vorbericht TSG - Kehler FV
Den Kehler FV kann die TSG Balingen selbst mit einem Heimsieg nicht überholen. Eine Annäherung an den Gast ist aber wohl möglich. Die beiden Oberligisten, im Vorjahr gemeinsam aufgestiegen, stehen sich am Samstag ab 15.30 Uhr gegenüber.
Bora Markovic ist ein Verfechter des gepflegten Fußballs. „Grätschen, kratzen, beißen und spucken mag ich nicht“, sagt der 55-jährige Serbe, der in seinem zwölften Amtsjahr als erfolgreichster Trainer in der 102-jährigen Geschichte des Kehler FV gilt. Markovic' Team kämpfte in der zurückliegenden Runde lange gegen den Abstieg an. Nun aber ist der Trainerfuchs fest davon überzeugt: „Wir werden in dieser Saison eine gute Rolle spielen.“ Die bisherige Bilanz (fünf Siege, je drei Unentschieden und Niederlagen) gibt dem Coach uneingeschränkt Recht. Markovic, dessen Elf im Vorjahr auf 30 Zähler kam, setzt sich diesmal 45 Punkte zum Ziel. 18 davon haben die Ortenauer bereits auf ihrem Konto, die Balinger halten 13 Zähler dagegen. Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. „Der Trainer hat auf jeder Position eine echte Alternative, unser Spiel ist viel schneller geworden und die Mannschaft ist bissig und sehr engagiert“, begründet der Kehler Präsident Claus Haberecht den Optimismus seines Übungsleiters, der selbst sagt: „Ich habe 17 hervorragende Fußballer, die alle den Anspruch auf einen Stammplatz erheben.“ Doch das war nicht immer so. Die Wende kam nach der wackligen Saison 2008/2009, die Kehl schließlich als Tabellen-15. beendete. Im Sommer schauten sich die Verantwortlichen kräftig auf dem Spielermarkt um. Manager Hans-Peter Schwahn und der Spielausschuss-Vorsitzende Frank Enders bewiesen gemeinsam mit Markovic ein gutes Händchen bei ihren Neuverpflichtungen. Das Ergebnis freut den Trainer: „Ich hatte noch nie so eine Mannschaft, solch einen starken Kader“, berichtet Bora Markovic, der geradezu ins Schwärmen gerät: „Es steckt unglaubliches Potenzial in diesem Team. Und wir sind eine echte Einheit.“ Zuletzt setzte sich Kehl gegen Crailsheim mit 1:0 durch. Mit einem Sieg in Balingen könnten die Ortenauer sogar auf den vierten Platz vorrücken. Das Saisonziel haben Markovic & Co. klar definiert: „Wir wollen in der Oberliga eine gute Rolle spielen. Das bedeutet, dass wir am Ende der Saison mindestens 15 Punkte mehr notieren möchten als im Vorjahr.“ Die forschen Töne der Elsass-Anrainer rufen in Balingen keine Verwunderung hervor. „Kehl hat sich gegenüber der vorigen Spielzeit enorm verbessert“, weiß Karsten Maier. In Ehrfurcht erstarrt der TSG-Coach deswegen aber nicht – vielmehr gilt das Interesse dem eigenen Team: „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt der 40-Jährige – und nennt dann seine Vorgabe fürs samstägliche Heimspiel: „Beim 4:0 in Denzlingen haben wir zum ersten Mal in dieser Runde keinen Gegentreffer kassiert. Unser Ziel gegen Kehl ist es, dass wir auch zuhause ein ,Zu-Null' erreichen.“ Wie schon in Denzlingen baut Maier auf ein gut funktionierendes Kollektiv, das die Räume eng macht und den gegnerischen Spielfluss schon auf Höhe der Mitellinie unterbindet. „Wir müssen da weitermachen, wo wir zuletzt aufgehört haben“, fordert der Balinger Trainer, der auf ein frühes Tor hofft: „Das würde die Sache sicherlich erleichtern.“ Große personelle Rochaden in der Startelf sind unwahrscheinlich, zumal der Trainingsbetrieb in dieser Woche reibungslos vonstatten ging. Sollte der zuletzt angeschlagene Kevin Ketis wieder voll einsatzbereit sein, steht Maier jedoch zumindest eine zusätzliche Option zur Verfügung.































