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31.08.2009

0:4 Klatsche gegen Illertissen

0:4 (0:1) gegen den FV Illertissen. Der Balinger Fehlstart in die neue Fußball-Oberligasaison ist damit perfekt. Denn die TSG weist nach dem vierten Spieltag erst drei Punkte auf und steht im Tabellenkeller. Die TSG Balingen kassiert zu viele Tore und erzielt selbst zu wenig Treffer.

Diese banale Erkenntnis muss zwangsläufig zu negativen Ergebnissen führen. Auch gegen den FV Illertissen gab es keinen Mannschaftsteil, der halbwegs zu überzeugen wusste. Am ehesten noch, so komisch es klingen mag, wies die Defensive ein passables Niveau auf. Die Fehler, die letztendlich zu den Gegentoren führten, wurden nämlich zumeist von den Vorderleuten begangen. Was den Kreisstädtern also fehlt, ist zum einen die Entlastung bei eigenem Ballbesitz, und noch viel mehr die Durchschlagskraft im Spiel nach vorne.
Schon in der Anfangs-Viertelstunde agierten die Gäste weitaus zwingender als die TSG, die allenfalls zögerliche Aktionen zustande brachte. Ins Bild passte, dass Illertissen seine ersten Einschussmöglichkeiten besaß, nach dem sich die Balinger so allmählich aufrappelten, dabei aber dem Gegner unnötig viel Freiraum gewährten. Christian Sameisla hatte in der 18. und 19. Minute (Außenpfosten, rechts vorbei) zwei gute Chancen, ebenso Oliver Wild, der das Außennetz traf (21.). Schließlich prüfte Simo Zweifel mit einem 20-Meter-Schuss Sebastian Kellner (32.) und Wild zielte aus kurzer Entfernung drüber (33.). Das längst verdiente 0:1 fiel nach exakt 40 Minuten. Sameisla erlief einen Ball in die Gasse, scheiterte zunächst an TSG-Keeper Kellner, doch das abprallende Leder beförderte der nun vierfache Saisontorschütze aus spitzem Winkel über die Linie. Unmittelbar zuvor monierten die Balinger vergeblich ein Strafraum-Foul an Levent Üner, um postwendend ins offene Messer zu laufen.
Die Reaktion von Karsten Maier folgte prompt. Zur zweiten Halbzeit brachte der TSG-Coach mit Marc Buchstor und Nico Willig zwei neue Kräfte ins Spiel. 15 Minuten später musste auch der indisponierte Brasilianer Clayton seinen Platz für Tim Wissmann räumen. Am Kräfteverhältnis auf dem Platz änderten die Rochaden freilich nichts. Die Vorentscheidung ließ nicht lange auf sich warten: Nach einem kapitalen Fehlpass von Jörg Schreyeck, der ansonsten einer der wenigen Aktivposten war, erzielte Oliver Wild mit einem noch leicht abgefälschten Schuss das 0:2 (63.). Balingen besaß im gesamten Spiel praktisch nur eine halbwegs zwingende Chance. Doch diese vergab Levent Üner, der am ansonsten ziemlich beschäftigungslosen FV-Torhüter Manuel Schoppel scheiterte (65.). Illertissen wiederum fand mehr und mehr Gefallen an dieser Begegnung und ließ die Gastgeber teilweise ziemlich alt aussehen. Ein übles Bild gaben die Hausherren beim 0:3 ab, als Holger Bachthalers Freistoß an Freund und Feind vorbei in die Maschen flog (66.). Damit nicht genug: Ein zunächst abgefälschter Schussversuch der Bayern gelangte über Umwege zu Oliver Wild, der in der 77. Minute wenig Mühe hatte, um das 0:4 unterzubringen. 0:4 also – und es hätte sogar noch schlimmer für den Vorjahres-Aufsteiger kommen können. Philipp Birk-Braun traf acht Minuten vor dem Abpfiff den rechten Pfosten und Daniel Kohlers Schuss kullerte nur knapp an Kellners Gehäuse vorbei (84.). Was bleibt, ist die Hoffnung auf Besserung. Dabei geht es in dieser „englischen Woche“ für die Oberligisten Schlag auf Schlag weiter: Die TSG Balingen tritt schon am Mittwoch (Anpfiff 18 Uhr) beim FC Nöttingen an und bestreitet bereits am Samstag (15.30 Uhr) ihr drittes Heimspiel in dieser Runde. Gegner ist dann der SGV Freiberg. Ob es bei diesen Partien personellen Nachschlag geben wird, steht noch in den Sternen. Als Defensivgröße schmerzlich vermisst wird nach wie vor Kevin Ketis, den eine hartnäckige Knieverletzung außer Gefecht setzt. Gegen Illertissen nicht dabei war zudem Stürmer Andreas Kohle, der sich beim Rasenmähen am Fuß verletzte. So oder so: In beiden Spielen dürften die Trauben sehr hoch hängen. Die TSG Balingen tut also mehr denn je gut daran, sich erreichbare Ziele zu setzen.

28.08.2009

Vorbericht TSG - FV Illertissen

Von einer Schlüsselpartie zu reden, wäre übertrieben. Aber das Oberliga-Heimspiel der TSG Balingen gegen den FV Illertissen (Samstag, 15.30 Uhr) könnte schon von Bedeutung für den weiteren Saisonverlauf sein.  Drei Anläufe, ein Sieg: Die TSG Balingen hat den Startblock nur mit Widerwillen verlassen.

Zwölf Konkurrenten liegen schon vor dem Vorjahres-Aufsteiger, nur fünf Mannschaften haben bislang noch weniger Fahrt aufgenommen. Dass das Heimspiel gegen den FV Illertissen Signalwirkung haben könnte, ist nicht von der Hand zu weisen. Trainer Karsten Maier sagt: „Mund abwischen und weitermachen.“
Sicherlich: Das Auftaktprogramm der Balinger hatte und hat's in sich, zumal es bereits am nächsten Mittwoch nach Nöttingen und in einer Woche gegen Freiberg geht. Bislang haben die Kreisstädter einmal voll gepunktet – beim 3:2 gegen den FC Astoria Walldorf, der derzeit Fünfter ist. Die beiden Niederlagen setzte es gegen den Tabellenersten, Bahlinger SC (0:3), und dessen direkten Verfolger, VfL Kirchheim (1:2).
Nun kommt heute also Illertissen – und somit der nächste Hochkaräter, den viele Mitbewerber auf der Rechnung haben. „Was die Illertisser vorhaben, muss etwas ganz Großes sein“, meint stellvertretend für viele seiner Kollegen der Kirchheimer Trainer Rolf Baumann, der auf den illustren, weil mit vielen klangvollen Namen gespickten Kader der Bayern verweist. In der Tat würden sich die meisten Klubs glücklich schätzen, sie könnten auf Leistungsträger wie Steffen Kuhn, Uli Klar, Thorsten Rinke (Ex-Kapitän des SSV Ulm 1846), die beiden Toptorjäger Oliver Wild (20 Saisontreffer im Vorjahr) und Christian Sameisla (schon drei Tore in drei Spielen), Gerold Skowranek, Trainersohn Holger Bachthaler oder Wolfgang Erhard zurückgreifen. Allerdings: Die Truppe des Trainer-Urgesteines Karl-Heinz Bachthaler konnte ihre bisherigen Gegner trotz der üppigen und vor allem qualitativ hervorragenden Besetzung nicht in Grund und Boden laufen. Zum Auftakt gab's einen zähen 3:2-Erfolg gegen den Aufsteiger SV Spielberg, dann folgte eine 2:3-Niederlage beim 1. FC Normannia Gmünd. Und die stieß Bachthaler besonders auf: „Wir haben uns toll präsentiert, immer nach vorne gespielt, aber leider vergessen, dass wir etwas mitnehmen. In Gmünd hat die bessere Mannschaft verloren.“ Der Coach sollte sich nicht beruhigen können, denn beim jüngsten 0:0 gegen den TSV Crailsheim schwoll ihm vollends der Kamm: „Das habe ich noch nie erlebt“, sagte Bachthaler angesichts der Fülle von vergebenen Torchancen. Und: „So viele erstklassige Möglichkeiten erhält man in dieser Klasse normalerweise nicht.“ Die bisherige Bilanz (je ein Sieg, eine Niederlage und ein Remis) kommentiert der FVI-Übungsleiter so: „Wir haben gegen zwei potenzielle Absteiger vier Punkte geholt. Das ist viel zu wenig“. Im Vorjahr zog Illertissen der TSG Balingen zweimal das Fell über die Ohren: In der Hinrunde gewannen die Illertäler mit 3:0, das Rückspiel entschieden sie mit 2:0 für sich. Ohnehin taten sich die Balinger in der Vergangenheit speziell in Heimspielen gegen die Bachthaler-Elf traditionell schwer. Wie es heute läuft? Das ist eine der spannenden Fragen an diesem Nachmittag...