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09.11.2009
1:0 Heimsieg durch Raab-Elfer
Die TSG Balingen hat den 1. FC Normannia Gmünd mit 1:0 (0:0) bezwungen. Mit dem fünften Sieg in den zurückliegenden sieben Spielen stellte der Oberligist den Anschluss an die erste Tabellenhälfte her.
Als Tabellendritter reiste Normannia Gmünd an – und als Vierter wieder ab: Die TSG Balingen fügte dem Spitzenteam von der Ostalb die erste Pleite nach zuvor acht Spielen ohne Niederlage zu. Der Balinger Erfolg nach einem intensiven, weil von beiden Mannschaften mit viel Herz und Leidenschaft geführten Spiel war zum einen verdient – zum anderen aber auch glücklich, weil die Gmünder Normannen zumeist feldüberlegen agiert hatten. Balingens Trainer Karsten Maier wartete mit einer Überraschung auf: Neuzugang Hannes Klett, im Sommer von den A-Junioren des SSV Reutlingen zur TSG gestoßen, stand in der Anfangself. Dabei hatte der 19-Jährige bis dahin keine einzige Oberligaminute bestritten. Um es vorweg zu nehmen: Der Youngster erledigte seine Aufgabe ebenso mit Bravour wie seine Teamkollegen. Mann des Tages aber war Nico Willig. Wo immer der Ball auch hinkam, der 28-Jährige war schon da. „Er hat überragend gespielt“, meinte Maier, der sehr selten dazu neigt, solche Extra-Lobeshymen loszuwerden. Die TSG begann sehr schwungvoll und hätte schon nach wenigen Sekunden in Führung gehen können. Levent Üner wurde bei seinem Kopfballversuch von Normannia-Keeper Matthias Gruca gerempelt, was die FIFA-Schiedsrichterin Christine Beck aber nicht als Foulspiel, geschweige denn als Elfmeter ahnden wollte. Nach einem Clayton-Freistoß zielte anschließend Volkan Candan knapp am Gmünder Kasten vorbei (3.), dann scheiterte erneut Üner an Gruca (4.). Auf der Gegenseite brannte es erstmals, als Sebastian Kellner einen Kopfball von Simon Fröhlich aus kurzer Distanz reflexartig über die Latte lenkte (10.). Der muntere Schlagabtausch setzte sich fort. Wirbelwind Üner blieb nach einem Solo an Gruca hängen (18.), dann klärte Klett mit dem Kopf auf der Balinger Torlinie (30.). Schließlich flankte Dilucia auf Schreyeck, doch der Kapitän fand wieder in Gruca seinen Meister (35.). Der Gmünder Keeper war zudem zur Stelle, als Clayton, der zögerlich ins Spiel fand, sich aber zunehmend steigerte, nach einem Zuspiel von Üner alleine vor ihm auftauchte (43.).
Im zweiten Durchgang sorgte auf Hausherren-Seite insbesondere der eingewechselte Marc Buchs〜tor für mehr Schwung. Köpfte Schreyeck nach einer Klett-Flanke noch drüber (58.) und rettete Gruca gegen den ständigen Unruheherd Buchstor (60.), so folgte wenig später die entscheidende Szene dieser Partie: Bezeichnenderweise war es Marc Buchstor, der im Strafraum vom ehemaligen Bundesligaspieler Frank Kinkel (Ulm, Mainz) zu Fall gebracht wurde. Christine Beck entschied auf Elfmeter. Obwohl Gruca die Ecke ahnte, verwandelte Erik Raab sicher zum 1:0 (66.). In der Folgezeit fiel den Gmündern schlichtweg zu wenig ein, um aus ihrer vermeintlichen Feldüberlegenheit Kapital zu schlagen. Nur zweimal kamen die Normannen noch gefährlich auf. Ein Freistoß des starken Giuseppe Catizone verfehlte haarscharf sein Ziel (70.) und Kellner hielt gegen den heraneilenden Robin Tolbert den knappen Vorsprung fest (85.). Besonders auffällig war: Die Balinger wollten in der Schlussphase die Führung nicht nur verwalten, sondern verbuchten weitere vielversprechende Offensivaktionen für sich. Die Besten davon: Nach einem Üner-Pass verzog Buchstor (73.), ein Eckball von Clayton wurde von Buchstor verlängert, doch rutschte der ebenfalls eingewechselte Daniel Steinwandel knapp am Leder vorbei (80.). Die Gmünder wiederum rannten mit dem Mute der Verzweiflung ebenso energisch wie vergeblich an. Aber selbst der mit aufgerückte Torhüter Matthias Gruca konnte sich nicht mehr entscheidend in Szene setzen. So blieb's beim knappen Heimsieg der TSG, die somit 19 Punkte eingespielt hat. Diesen Samstag (14.30 Uhr, Au-Stadion) steht bereits das nächste Heimspiel an: Diesmal gibt der Tabellenführer VfL Kirchheim seine Visitenkarte ab. „Natürlich wollen wir dann genauso kompakt stehen wie heute“, kündigt Karsten Maier dem Spitzenreiter schon 'mal einen heißen Tanz an.
04.11.2009
Vorbericht TSG - Normannia Gmünd
Der 1. FC Normannia Gmünd greift das Führungsduo der Fußball-Oberliga an. Die seit acht Spieltagen unbesiegten Ostälbler gastieren am Samstag (14.30 Uhr) bei der TSG Balingen – natürlich als Favorit.
Sieben Heimsiege in Serie, acht Mal in Folge nicht verloren, zudem ein Triumph (1:0) gegen Topfavorit Hoffenheim: Der 1. FC Normannia Gmünd ist die Mannschaft der Stunde in der baden-württembergischen Oberliga. Es besteht kein Zweifel daran, dass die Elf von Trainer Lothar Mattner mit breiter Brust in Balingen auflaufen wird. Oder, wie es ein Normannia-Fan in einem Internetforum formuliert: „Dort sahen wir meist nicht so gut aus – es wird Zeit, diesen Zustand zu ändern.“ Wie gut die Gmünder derzeit drauf sind, musste zuletzt der TSV Crailsheim leidvoll erfahren. „Nach einer halben Stunde muss es 3:0 oder 4:0 stehen“, sagte der Gmünder Mittelfeldspieler Patrick Faber nach dem am Ende überraschend knappen 4:3-Erfolg. Mit diesem „Dreier“ stellte die Normannia übrigens ihre Rekordzahl an Heimsiegen in der Oberliga ein: Mehr als sieben Erfolge feierte Gmünd in dieser Klasse noch nie – wohlgemerkt in einer ganzen Runde. Diesmal war's schon nach dem siebten Heimspiel soweit. Ohnehin haben die Normannen in dieser Runde ein tolle Entwicklung genommen. Den Verantwortlichen ist es augenscheinlich gelungen, ein Team zusammen zu stellen, das ganz vorne mitmischen kann. „Wir haben einen ausgeglichenen Kader“, freut sich Lothar Mattner. Der Coach hatte erst in diesem Sommer den zum VfB Stuttgart abgewanderten Alexander Zorniger auf der Gmünder Trainerbank abgelöst. Mattners Material ist vom Feinsten. Einige Beispiele: Giuseppe Catizone (32), ein begnadeter Techniker, lief schon für den VfB Stuttgart (1999 bis 2001), den 1. FC Saarbrücken, den AC Florenz und die Stuttgarter Kickers auf. Ein weiterer Routinier ist Frank Kinkel. Der 35-Jährige spielte einst für Ulm, Mainz und Babelsberg in der Bundesliga. Mark Mangold war jahrelang eine Stütze beim VfR Aalen. Stanislaus Bergheim wurde gar – trotz laufendem Vertrag – beim Drittligisten 1. FC Heidenheim ausgelöst. Gemeinsam mit Benjamino Molinari und dem beim VfB Stuttgart ausgebildeten Manuel Grampes bildet Bergheim (jeweils sieben Saisontreffer!) die Abteilung Attacke. Nicht zu vergessen: Giuseppe Greco bringt sich mit der Erfahrung vieler Spiele im Trikot der Stuttgarter Kickers und des SSV Reutlingen mit ein.
Fest steht also: Obwohl sich die Balinger keineswegs verstecken wollen, gelten sie gegen Gmünd als krasser Außenseiter.































