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05.05.2010
3:2 Sieg gegen Nöttingen im Nachholspiel
Die TSG Balingen nähert sich mit Riesenschritten dem Klassenerhalt. Gestern Abend gewann der Fußball-Oberligist sein Nachholspiel gegen den FC Nöttingen mit 3:2 (1:0). Andi Kohle erzielte zwei Tore. Noch ein weiterer Sieg – und der Verbleib in der Oberliga sollte gesichert sein.
Denn gestern Abend setzte sich die TSG Balingen hoch verdient gegen den badischen Pokalfinalisten FC Nöttingen durch. Zweimal traf Andreas Kohle, den dritten Treffer steuerte Nurullah Güven bei. Die Balinger hatten erneut einige verletzungsbedingte Ausfälle zu kompensieren, doch Trainer Karsten Maier konnte zumindest weitgehend (Clayton spielte für Candan) auf die Formation vom 3:1-Sieg in Kehl zurückgreifen. Auch der FC Nöttingen trat nicht in vollständiger Bestbesetzung an. Einige angeschlagene Akteure fielen aus oder wurden mit Blick aufs nordbadische Pokalfinale (am 11. Mai gegen Sandhausen) geschont. Trotzdem gab sich FC-Coach Michael Fuchs vor der Partie recht zuversichtlich: „Wir werden 'was holen. Ich habe großes Vertrauen in diese Mannschaft.“ Der Star in Fuchs' Elf lief natürlich auf: Dubravko Kolinger, einst in der Bundesliga für den FC St. Pauli, Kickers Offenbach, den Karlsruher SC und den VfB Stuttgart am Ball, gilt als Denker und Lenker im (defensiven) Mittelfeld. Die erste Möglichkeit gab’s schon nach zwei Minuten, als Levent Üner rechts am Tor vorbeizielte. Ein abgefälschter Schuss von Dejan Svjetlanovic zischte anschließend am Balinger Gehäuse vorbei (11.). Nach einer Üner-Flanke köpfte Clayton ebenfalls neben den Kasten (25.). Dann bediente Clayton Jan Dehner, doch dieser blieb am Nöttinger Keeper Matthias Dörrich hängen (26.).
Dann das 1:0: Nach einem Einwurf flankte Nurullah Güven, Levent Üner verlängerte den Ball mit dem Kopf und Andreas Kohle zog aus der Drehung ab, das Leder zappelte im Netz (33.). Einen Super-Auftakt erwischte die TSG in der zweiten Halbzeit. Kohle erkämpfte sich das Spielgerät, spielte zu Üner, der legte wieder auf Kohle ab, der hatte freie Bahn und traf aus vollem Lauf flach ins linke Eck zum 2:0 (46.). Wenig später setzte Kohle Dilucia in Szene, aber der fand in FC-Schlussmann Dörrich seinen Meister (49.). Die Balinger blieben weiter am Drücker und erspielten sich zahlreiche gute Tormöglichkeiten. Allerdings verzog auf der Gegenseite Svjetlanovic nur knapp (51.). Aus spitzem Winkel scheiterte Clayton an Dörrich (53.). Eine Minute später stand’s 3:0: Nach einem Dilucia-Eckball traf Nuri Güven aus kurzer Distanz (54.). Klar, dass sich die Nöttinger gegen die drohende Niederlage aufbäumten. Und dieses Bemühen wurde belohnt: Dejan Svjetlanovic traf nach 76 Minuten zum 3:1, auf Flanke des Torschützen nickte Marco Heidecker sogar zum 3:2 ein (87.). Davor und dazwischen vergaben die Gastgeber einige gute Kontermöglichkeiten, so dass sie am Ende noch um den verdienten Erfolg zittern mussten. Letztlich aber reichte es doch: Balingen behielt die drei Zähler und unternahm damit einen gewaltigen Schritt Richtung Klassenerhalt. Bereits am Samstag (Beginn 15.30 Uhr, Au-Stadion) tritt die TSG Balingen erneut zuhause an: Der SV Spielberg macht seine Auf〜wartung. Der im Süden von Karlsruhe beheimatete Neuling hat derzeit einen guten Lauf; aus den zurückliegenden vier Spielen wur〜den neun Punkte verbucht. Dabei gab's Siege in Weinheim (4:0), gegen die zuvor in 13 Spielen unbezwungenen Stuttgarter Kickers 2 (2:0) und gegen Crailsheim (5:1). Spielbergs Goalgetter Marius Schäfer, der bereits 17 Mal erfolgreich war, liegt in der Oberliga-Torjägerliste hinter Stefan Vogler (Bahlinger SC/18 Tore), der im Sommer zur Spvgg Greuther Fürth wechselt, auf Platz zwei.
Nächste Woche stehen für die Maier-Schützlinge wiederum zwei Spiele an: An Christi Himmelfahrt (13. Mai, 15 Uhr) gastiert die TSG beim 1. FC Normannia Gmünd, drei Tage später (Sonntag, 16. Mai, 15 Uhr) kommt der TSV Crailsheim nach Balingen.
03.05.2010
Vorbericht Nachholspiel TSG - FC Nöttingen
Mit dem FC Nöttingen gastiert am Dienstag (Beginn 19 Uhr, Au-Stadion) ein schriller Klub bei der TSG Balingen. Nicht nur, dass das Team in lila-weiß aufläuft – auch im Verein ist so manches anders als anderswo.
Im großzügigen VIP-Bereich des Nöttinger Panoramastadions geben sich die besonders Wichtigen die Klinke in die Hand. „Wir sind stolz auf unsere Sponsoren“, erzählt der Vereinsvorsitzende Dirk Steidl, und erläutert: „Ohne deren finanzielle Unterstützung könnten wir auf diesem Niveau nicht agieren.“ Fußball in Nöttingen ist eine Ein-Mann-Show: Steidl vorne, Steidl hinten, Steidl davor, dazwischen – einfach überall. Der umtriebige Klubchef, ebenso redegewandt wie kommunalpolitisch gewichtig, wird mitunter als „Calmund von Nöttingen“ bezeichnet. Über solche Äußerdungen schmunzelt der Funktionär und bastelt weiterhin an der großen Zukunft seines Vereins. „Wenn der DFB seinen Anforderungskatalog abspeckt, können wir uns wieder mit der Regionalliga befassen“, hat Steidl bereits im Vorjahr gesagt.
Die Nöttinger Oberliga-Truppe ist klangvoll besetzt. Kunstschütze und Mittelfeldregisseur Riccardo Di Piazza (zehn Saisontore) traf beim 4:3-Sieg des FC in der Hinrunde zweimal, weitere „Granaten“ sind Dejan Svjetlanovic, Nana Bediako, Thomas Ollhoff, Leutrim Neziraj (sieben Saisontreffer), Daniel Jilg oder seit Neuestem Dubravko Kolinger. Den Ex-Profi (siehe nebenstehendes Interview) hatte Tausendsassa Steidl 'mal soeben in einem Pforzheimer Hallen-Foyer von einem Wechsel in die Remchinger Teilgemeinde überzeugt. Man ahnt es: Dem Nöttinger Manager kann man sich nicht so einfach entziehen . . .
Dennoch: Den eigenen Erwartungen hinken die Nordbadener in dieser Runde hinterher. Derzeit ist der ehemalige Drittligist nur Zehnter (zwölf Siege, vier Unentschieden, zwölf Niederlagen, bei 45:40 Toren und 40 Punkten), von den zurückliegenden vier Spielen wurde nur eines gewonnen. Wohl auch deshalb reagierte Steidl in der Winterpause – mit Kolinger. Im Pokalwettbewerb lieferte das Team dafür Schlagzeilen: Den haushoch favorisierten Drittligisten SV Sandhausen besiegte man im Halbfinale mit 3:1! Im Endspiel (11. Mai) wartet nun Sandhausen 2, das – vollkommen regelkonform – komplett mit dem Kader der ersten Mannschaft aufläuft. Denn es steht viel auf dem Spiel: Der nordbadische Cup-Gewinner qualifiziert sich für die erste DFB-Pokal-Hauptrunde. „Wir wollen den Aufwärtstrend bestätigen und einen Dreier nachlegen“, sagt Karsten Maier. Der Balinger Trainer verlangt von seiner Elf erneut viel Laufbereitschaft, Konzentration und Siegeswillen. „Die jüngsten Ergebnisse zeigen, wie wichtig der 3:1-Sieg in Kehl war. Doch nun geht es wieder bei Null los. Wir müssen bereit sein, mehr ins Spiel zu investieren als Nöttingen“, meint Maier – und fügt an: „Das Hinspiel haben wir unglücklich mit 3:4 verloren. Nun gilt es, die Sache einen Tick besser zu machen als damals.“ Große Fragezeichen stehen hinter dem Mitwirken von Clayton, Steinwandel und Buchstor (alle angeschlagen), Madegwa fällt ohnehin aus. Trotzdem verspürt Maier Tatendrang: „Wir sind uns bewusst, dass es gegen diese Topmannschaft brutal schwer wird, aber die Jungs sind hungrig auf ein geiles Spiel.“































