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07.12.2009
Schwache Leistung - 0:3
Die TSG Balingen hat das Oberliga-Derby gegen den FC 08 Villingen vor 1050 Zuschauern mit 0:3 (0:0) verloren. Der Vorjahresaufsteiger überwintert als Tabellenzwölfter – mit 24 Punkten und 32:31 Toren. Erstmals seit dem zehnten Spieltag (1:2 gegen Hoffenheim) hat die TSG Balingen wieder ein Heimspiel vergeigt:
Gegen Villingen gab's ein 0:3. Das Team von Karsten Maier blieb dabei erst zum zweiten Mal (nach dem 0:4 gegen Illertissen Ende August) ohne Torerfolg vor heimischem Publikum. Für die Kreisstädter und die übrigen 17 Ligakollegen beginnt nun die Winterpause. Erst am 20. Februar steht der 19. Spieltag auf dem Programm. Gegenüber dem 4:0-Erfolg in Bonlanden änderte Karsten Maier seine Elf nur geringfügig. Der wieder spielberechtigte Manuel Pflumm rutschte für Volkan Candan in die Startformation – eine Rochade, die verpuffte. Im ersten Durchgang gab's vier Torraumszenen. Zunächst drosch Levent Üner den Ball aus spitzem Winkel an den Außenpfosten (6. Minute), dann testete der Villinger Florian Rudy ebenfalls das Aluminium: Nach einem Zuspiel von Paul M'Bela jagte der Bruder des Stuttgarter VfB-Profis Sebastian Rudy das Leder gegen die linke Torumrandung (26.). Schließlich köpfte Jörg Schreyeck nach einem weiten Ketis-Einwurf aufs Tor, doch FC 08-Keeper Daniel Miletic war auf dem Posten (37.). Erneut Schreyeck versuchte es nach 41 Minuten wieder mit dem Kopf. Diesmal zielte er drüber.
Es gab Besucher, die sich über die schwachen Darbietungen beider Teams in den ersten 45 Minuten wunderten – doch sie sollten nach dem Seitenwechsel auf ihre Kosten kommen. Denn endlich fielen Tore. Schon in der 49. Minute schob Trainersohn Karsten Scheu nach einem Freistoß von Christian Jeske unbedrängt zum 0:1 ein. Ein Strafraumfoul von Taube an Rudy, das nicht jeder im Stadion wahrhaben wollte, führte zum 0:2: Den fälligen Elfmeter verwandelte Jeske sicher (72.). Rudy selbst besorgte noch das 0:3 (79.). Diese Treffer waren das Salz in einer ansonsten lahmen Suppe. Positiv für die Gastgeber: In den Schlussminuten fingen sie sich trotz zweifacher Unterzahl – nach gelb-rot für Schreyeck und Taube – keine weiteren Gegentore ein. Zudem gab's auch keine ernsthaften Verletzungen.
Weiterhin erwähnenswert: Schiri Ivo Leonhardt aus Hockenheim wurde von Teilen des Publikums heftig kritisiert – er sollte damit leben können. Dass die Villinger Fans aus dem Rahmen fielen – damit müssen wiederum die Balinger leben. Wer siegt, feiert eben und bedient sich auch 'mal einer rustikalen Ausdrucksweise. Den größten Erfolg gab's für die Hausherren abseits des Spielfeldes. Denn bei der Spendenaktion zugunsten der leukämiekranken Anja Pfluger (wir berichteten) kamen stolze 1200 Euro zusammen. Villingen gewann übrigens zum ersten Mal in dieser Saison zwei Spiele in Folge und konnte mit dem Erfolg nach Punkten mit den Balingern (beide 24 Zähler) gleichziehen. Zudem unterlag die TSG zum ersten Mal gegen den FC 08, der im Derby unter anderem auf seinen grippekranken Kapitän Jago Maric verzichten musste. In der vorigen Runde gab's nach einem 2:1-Hinspielsieg im Rückspiel ein torloses Remis. Die TSG bestreitet ihr nächstes Oberliga-Punktspiel erst am 20. Februar, wenn es zum FC Astoria Walldorf geht. Eine Woche später folgt die erste Partie vor heimischer Kulisse – Gegner ist dann der Bahlinger SC. Erstmals wieder in Aktion sind die Maier-Schützlinge aber schon am 3. Januar – beim Hallenturnier um den Sparkassen-Indoor-Cup. In der Winterpause stehen neben etlichen Trainingseinheiten drei weitere Hallenturnier-Teilnahmen und diverse Testspiele auf dem Programm (siehe auch nebenstehender Artikel).
Der FC 08 Villingen hat neben dem 3:0 einen weiteren Sieg gelandet: Der Verein muss nicht mehr um seine Zukunft bangen. Die lange Zeit wirtschaftlich angeschlagenen Schwarzwälder profitierten von einem Sanierungskonzept, das neben massiven Einsparungen auch das Entgegenkommen einiger Gläubiger vorsah.
02.12.2009
Vorbericht TSG - FC 08 Villingen
TSG Balingen gegen FC 08 Villingen – ein Derby mit überschaubarer Tradition, dafür aber mit umso mehr Brisanz. Am Samstag treffen die beiden Rivalen im Au-Stadion aufeinander.
Spielbeginn ist diesmal schon um 14 Uhr. Es knistert 'mal wieder: Mit reichlich Vorfreude und voller Spannung fiebern die Fans beider Klubs seit Tagen dem Kräftemessen zwischen der TSG Balingen und dem FC 08 Villingen entgegen. Geleitet wird das Spiel von Patrick Walz. Der 23-jährige Schiedsrichter aus Mühlacker pfeift seit dieser Saison in der Oberliga. Im Vorjahr war das Hinrunden-Derby an Dramatik kaum zu überbieten. 1800 Zuschauer (Saisonrekord) sahen einen 2:1-Erfolg der TSG. Erst in der Nachspielzeit fixierte Jörg Schreyeck per Kopf den Siegtreffer. Dagegen nahm sich das Rückspiel als Langweiler aus: Torlos, 0:0, endete der Vergleich im Frühjahr, dem in Villingen auch „nur“ 800 Fans beiwohnten. Nach zwei Feldverweisen standen die Balinger beim Schlusspfiff zu neunt auf dem Platz. Auf eine enge Auseinandersetzung deutet auch diesmal einiges hin. Allein schon die Tabelle impliziert einen Tanz auf Messers Schneide: Balingen ist mit 24 Punkten Zehnter, Villingen rangiert mit 21 Zählern auf Platz zwölf. Nur in der Tordifferenz sind die Schützlinge von TSG-Trainer Karsten Maier mit neun Treffern derzeit klar im Vorteil. Die Villinger zählen zu den großen Traditionsklubs in Süddeutschland. In der damals zweitklassigen Regionalliga hatten es die Schwarzwälder auch schon mit dem 1. FC Nürnberg oder dem TSV 1860 München zu tun. Zwischenzeitlich stieg der FC 08 aber in die Verbandsliga ab, aus der man sich erst 2006 wieder Richtung Oberliga verabschiedete. In die Schlagzeilen gerieten die Villinger in der Saison 2007/2008, als mit Macht der Aufstieg angestrebt wurde – und sich der Klub finanziell übernahm. Erst die neuerliche DFB-Pokalteilnahme – nach dem sechsten südbadischen Pokalsieg – brachte vor Beginn der laufenden Spielzeit das wirtschaftlich leckgeschlagene Vereins-Schiff wieder in ruhigere Fahrwasser.
Finanziell lohnte sich das Erstrundenduell gegen den FC St. Pauli (0:2 nach Verlängerung) – sportlich aber wirkte sich der Pokalfight eher negativ aus. Denn zu sehr wurde das Team an seiner grandiosen Leistung gegen den Zweitligisten gemessen. Die Folge waren bis dato acht Saisonniederlagen (bei sechs Siegen und drei Unentschieden). In den beiden jüngsten Heimspielen (2:0 gegen Crailsheim, 3:0 gegen Bonlanden) holte die Mannschaft von Trainer Reiner Scheu jedoch zum ersehnten Befreiungsschlag aus. Karsten Maier zollt dem Gegner zwar Respekt, peilt aber einen Sieg an: „Der letzte Eindruck bleibt haften“, weiß der Balinger Coach mit Blick auf die nahende Winterpause. Die Formkurve spricht für sein Team: An den zurückliegenden zehn Spieltagen gab's nur noch zwei Niederlagen – bei sechs Erfolgen und zwei Unentschieden. Maier muss unter anderem auf den gesperrten Erik Raab verzichten, kann aber wieder auf Manuel Pflumm zurückgreifen, der seine Sperre abgesessen hat. Im Großen und Ganzen dürfte der 40-Jährige auf das Personal setzen, das ihm schon in der Vorwoche, beim 4:0-Sieg in Bonlanden, zur Verfügung stand. Ob die Balinger – wie auf den Fildern – erneut mit einer Dreier-Abwehrkette agieren, lässt der Trainer noch offen. „Das spielt im Prinzip auch nicht die entscheidende Rolle“, beschwichtigt Maier. Viel wichtiger sei, dass sein Team kompakt, couragiert und konzentriert auftrete.































