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28.02.2010

1:2 Heimniederlage

Zwei Spiele, zwei Niederlagen: Die TSG Balingen konnte ihr Punktekonto nach der Winterpause bislang nicht füllen. Gegen den Bahlinger SC unterlag der Fußball-Oberligist verdientermaßen mit 1:2 (1:2).

Mal verliert man, mal gewinnen die anderen: So muss sich derzeit die TSG Balingen vorkommen, die sich beim 1:2 gegen den Bahlinger SC bereits die dritte Pleite in Serie einhandelte. Trotz einer frühen 1:0-Führung hatten die Hausherren am Ende das Nachsehen. Und das Ergebnis ging durchaus in Ordnung, zumal die Gäste vom Kaiserstuhl ein deutliches spielerisches Plus und auch die Mehrzahl an guten Einschussmöglichkeiten auf ihrer Seite verzeichneten. TSG-Trainer Karsten Maier überraschte mit der Nominierung von Marc Wissmann als Sturmspitze. Der 19-jährige Youngster hatte erst in der Vorwoche sein Oberliga-Debüt gegeben und sollte seinen Coach und den erwartungsfrohen Balinger Anhang zunächst äußerst zufrieden stellen. Nach 16 Minuten nahm Wissmann ein Zuspiel von Clayton an, umkurvte den Bahlinger Keeper Mario Neumann und schob im Stile eines Routiniers zum 1:0 ein. Zuvor allerdings gab's zwei Schrecksekunden für die Gastgeber: Zunächst feuerte Giuliano Saggiomo einen Freistoß nur knapp neben den TSG-Kasten (7.), dann musste der nach langer Verletzungspause endlich genesene Christian Deufel raus: Der Ex-Pfullendorfer zog sich erneut eine Zerrung an der Wade zu (12.).
Der frühe Rückstand schockte die Kaiserstühler nicht. Ganz im Gegenteil. Der BSC spielte wie eine Spitzenmannschaft auf, ließ Ball und Gegner laufen und löste selbst scheinbar brenzlige Situationen mit geschicktem Kurzpassspiel. Die Folge waren zwangsläufig Torchancen für den Balinger Fast-Namensvetter, der mehr und mehr das Geschehen an sich riss. Parierte der gute TSG-Torhüter Sebastian Kellner noch gegen Häringer (21.), so war er 60 Sekunden später machtlos, als der völlig freistehende Bernhard Wiesler nach innen flankte und Stefan Vogler mühelos zum 1:1 einköpfte (22.). Wenig später rettete Kellner gegen den aus kurzer Distanz abziehenden Marc Hess (25.). Das 1:2 ließ trotzdem nicht lange auf sich warten. Giuliano Saggiomos scharf getretenen Eckball staubte Yannick Häringer am langen Pfosten zum 1:2 ab (32.). Schon zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich ab, dass es die TSG an diesem Tag gegen gefällig agierende Bahlinger sehr schwer haben würde, zumal der sicher leitende Schiri Philipp Traeder auch ein mußtmaßliches Foulspiel an Marc Wissmann nicht mit einem Elfmeterpfiff ahndete (37.). Im zweiten Durchgang biss die TSG auf die Zähne und steigerte sich insbesondere im kämpferischen Bereich. Doch außer einem Abseitstor des ansonsten blassen Jörg Schreyeck sprang wenig heraus (48.). Stattdessen vergaben die Südbadener auf der Gegenseite einige gute Kontermöglichkeiten. So scheiterte Marko Drljic nach 57 Minuten frei vor Kellner. In der Schlussphase versuchte die TSG noch einmal alles. Aber Dilucia (71.), gleich drei Balinger nach einem weiten Ketis-Einwurf (79.), Üner (85.), Clayton (89.) und in der ersten Minute der Nachspielzeit der aufgerückte Sebastian Kellner, der am Tor vorbeiköpfte, verpassten den Ausgleich. Neben der Niederlage beklagt die TSG mit Deufel und Nico Willig zwei Verletzte. Letzterer musste in der 79. Minute vom Feld und dürfte sich eine Bänderverletzung zugezogen haben. Weil sich der BSC kurz zuvor eine gelb-rote Karte eingehandelt und die TSG ihr Auswechselkontingent erschöpft hatte, dauerte die nummerische Überlegenheit der Maier-Schützlinge ganz drei Minuten an. Bei Spielende standen gar nur neun Balinger gegen zehn Bahlinger auf dem Platz, weil auch noch Jörg Schreyeck die Ampelkarte sah.
Fazit: Die Achillesferse der TSG bleibt der Angriff, der zu wenig Durch〜schlagskraft entwickelt und folglich auch in der Rückwärtsbewegung für zu wenig Entlastung sorgt. Positiv stimmt beim Vorjahres-Aufsteiger die Moral. Doch diese Grundtugend ist ohnehin vonnöten, wenn die Balinger ihre augenblickliche Talsohle durchschreiten wollen. Die nächste Chance dazu besteht in Illertissen.

Vorbericht TSG - Bahlinger SC

5:1 gegen Crailsheim: Mit diesem Pfund wuchert der Bahlinger SC vor seinem Gastspiel bei der TSG Balingen. Das Derby der Oberliga-Namensvettern wird am kommenden Samstag um 15 Uhr im Au-Stadion angepfiffen.

Wenn diese humorlosen Zahlen nicht lügen, können die Kicker der TSG Balingen ihre Arbeitsutensilien – sprich Schuhe und Trikots – am Samstag getrost im Schrank lassen: Der Bahlinger SC fegte zuletzt den TSV Crailsheim mit 5:1 vom Platz und hat bereits das Hinspiel gegen die TSG Balingen mit 3:0 gewonnen. Eindeutiger geht's kaum – die Rollen vor diesem Ba(h)linger Derby sind sehr klar verteilt.
Erst der Dritte – Walldorf – dann mit Bahlingen der Tabellenvierte: Die TSG hat ein brutales Startprogramm nach der Winterpause erwischt. „Wir können uns die Gegner nicht aussuchen“, möchte Trainer Karsten Maier allerdings nicht lamentieren. Fußball seie kein Wunschkonzert, fügt er an. Vielmehr dürfte Maier einmal mehr versuchen, mit seinem Team die „erneute Herausforderung gegen ein Topteam“ anzunehmen. Und das wiederum bedeutet: Wie schon bei der ärgerlichen, weil durchaus vermeidbaren 0:1-Niederlage in Walldorf müssen die Kreisstädter die Räume eng machen, geschickt kontern und kompakt auftreten. Kommt dann noch eine Spur Frechheit dazu, ist durchaus etwas möglich – von einem respektablen Abschneiden bis hin zu einer Überraschung. Der scheinbar endlose Kampf zwischen David und Goliath geht morgen in die nächste Runde . . . Der Kader des Bahlinger SC ist top bestückt – kein Wunder angesichts der Tatsache, dass der Klub regelmäßig Zuzüge aus dem Profi-Dunstkreis des Bundesligisten SC Freiburg vermelden kann. Als Leistungsträger gelten Johannes Fiand, die Brüder Giuliano und Rino Saggiomo, Frank Kocur, der von Erst und Zweitligisten umworbene Stefan Vogler, Yannick Häringer oder Fabrice Beringer.
Zudem gilt BSC-Coach Milorad Pilipovic (51), ein Verfechter des technisch ausgereiften Kurzpassspieles, als gewiefter Trainerfuchs. Der mit allen Wassern gewaschene Serbe, einst Profi in Novi Sad, Freiburg und Karlsruhe, betreut die Bahlinger im dritten Jahr. Überraschend ist freilich die Tatsache, dass sich der Verein und der Trainer zum Rundenende trennen. Trotz seiner erfolgreichen Arbeit hört Pilipovic im Sommer auf. Anschließend übernimmt mit Jens Scheuer (vom Verbandsligisten FC Bötzingen) ein ehemaliger BSC-Aktiver das Ruder. In der Hinrunde waren die Balinger chancenlos: Am Kaiserstuhl setzte es eine herbe 0:3-Pleite, die sogar noch höher hätte ausfallen können. Eine Woche später folgte mit der 0:4-Heimschmach gegen Illertissen der vorläufige Saisontiefpunkt, ehe sich das Team aufrappelte und wieder bessere Leistungen abrief. Die aktuelle Tendenz ist zwar nicht beängstigend, mahnt aber zur Vorsicht: Von den zurückliegenden fünf Spielen haben die Maier-Schützlinge nur eines (4:0 in Bonlanden) gewonnen. Der aktuelle elfte Tabellenplatz taugt nicht als Ruhekissen! Karsten Maier muss auch gegen den Bahlinger SC auf Routinier Martin Taube verzichten, der sich eine langwierige Halswirbelverletzung zugezogen hat. Weiterhin ist offen, ob am Samstag der in Walldorf aus beruflichen Gründen verhinderte Defensivrecke Kevin Ketis wieder zur Verfügung steht. Fabian Maier und Marc Buchstor weilen derzeit auf Fortbildungen im Ausland, Ivan Todorovic fällt mit einer Schulterverletzung aus. Gut möglich also, dass Youngster Marc Wissmann (19) erneut in die Startformation rutscht.