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11.04.2010
Schwaches 1:3 gegen Durlach
Willkommen im Abstiegskampf: Die TSG Balingen muss nach dem 1:3 (0:2) gegen den ASV Durlach um den Klassenverbleib bangen. Schlimmer noch als die Niederlage wiegt die Verfassung der Elf. An einer Hand konnten die Balinger ihre Torschüsse im Duell gegen Durlach abzählen.
Konzeptlos, mutlos, ohne Kreativität – so trat der Fußball-Oberligist gegen einen Gegner auf, dem TSG-Trainer Karsten Maier zwar „Robustheit“ bescheinigte, der aber insgesamt sehr hausbacken agierte. Anders ausgedrückt: Der ASV war beileibe kein Kontrahent, der eine in Normalform agierende Balinger Mannschaft ernsthaft in Bedrängnis hätte bringen können. Noch ehe die Karlsruher Teilstädter in Führung gingen, hatten die Hausherren ihr Pulver für die gesamte Partie bereits verschossen. Dass die ersten 24 Minuten noch die besten in diesem Spiel sein sollten, wussten die zutiefst enttäuschten Balinger Anhänger freilich bis dahin nicht. Nach 13 Minuten wurde ein Schuss von Jörg Schreyeck gerade noch so auf der Linie geklärt, dann scheiterte der freigespielte Andreas Kohle aus spitzem Winkel am Durlacher Schlussmann (24.). Damit war die Balinger Herrlichkeit beendet. Denn fortan brachten die Schützlinge von Karsten Maier kein Bein mehr auf den Boden. Mit einem Freistoß überlistete Linksfuß Kristof Müller in der 29. Minute TSG-Keeper Sebastian Kellner, der anstelle des verletzten Julian Hauser wieder das Gehäuse hüten durfte. Dass der Ball aus 18 Metern zwangsläufig ins vom Schützen aus gesehen rechte Toreck fliegen könnte, war spätestens bei Müllers Anlauf zu erahnen. Sowohl die Mauer als auch Kellner zeigten aber keine Regung.
Ein Chänchen für die TSG wurde nach 38 Minuten registriert, als Tim Wissmann eine Hereingabe von Marc Wissmann übers Durlacher Tor säbelte. Die beiden Zwillingsbrüder wurden übrigens erstmals gemeinsam in der Startelf aufgeboten. Aber schon in dieser Phase zeigte sich die TSG völlig von der Rolle, baute durch Fehlabspiele einen an und für sich bis dahin harmlosen Widersacher förmlich auf und ließ – mit wenigen Ausnahmen – jegliche Kompromisslosigkeit in den Zweikämpfen vermissen. Beinahe logische Folge: Murat Cetinkaya köpfte zum 0:2 ein (40.). Im zweiten Durchgang sollte sich wenig ändern, auch wenn die Durlacher ab der 52. Minute (gelb-rote Karte für Christoph Nirmaier) in Unterzahl waren. Zwar traf Marc Wissmann nach einem vom ASV-Keeper Sebastian Dohm abprallenden Ball das Außennetz (48.), doch war's wenig später um die TSG geschehen: Kristof Müller zog auf der linken Außenbahn an, flankte zu Christopher Vivell, welcher das Leder zum komplett freistehenden Murat Cetinkaya weiterleitete und dieser traf mühelos zum 0:3 (59.). Was folgte, war das berühmte Pfeifen im Walde. Angesichts der klaren Führung und zudem in Unterzahl spielend gewährte Durlach der TSG ein paar Freiräume, die von den Gastgebern aber äußerst unzureichend genutzt wurden. Zwar köpfte Kohle ans Außennetz (73.) und Manuel Pflumm nach einer Candan-Freistoßvorlage am Kasten vorbei (85.), doch mehr als das 1:3 durch Jörg Schreyeck (20 Meter-Freistoß, flach ins Eck) war einfach nicht drin. Durlach revanchierte sich somit für die im Hinspiel erlittene 2:4-Niederlage, Balingen kassierte die sechste Niederlage in den zurückliegenden sieben Spielen. In dieser Verfassung droht dem Vorjahres-Aufsteiger ein weiterer Absturz in der Tabelle, obwohl die Elf schon an diesem Wochenende gleich zwei Tabellenplätze einbüßte. Der jetzige Rang-13. gastiert am Dienstag (18.15 Uhr) beim Tabellenfünften FV Illertissen und am Sonntag (15 Uhr) beim Spitzenreiter 1899 Hoffenheim. Zum nächsten Heimspiel erwarten die Kreisstädter am 24. April (15.30 Uhr) dem FC Denzlingen. Dabei gibt es ein Wiedersehen mit dem Ex-Balinger Erik Raab, der, wie berichtet, in der Winterpause seinen Wohnsitz studienbedingt nach Freiburg verlegt hatte.
08.04.2010
Vorbericht TSG - ASV Durlach
Immer weiter – das predigte einst Oliver Kahn. Was im Fußball im Allgemeinen gilt, trifft auf die TSG Balingen im Speziellen zu. Ergo: Der Oberligist sollte gegen den ASV Durlach (Samstag, 15.30 Uhr) punkten. Die TSG Balingen steht am Scheideweg.
Ein Sieg gegen den ASV Durlach und der Vorjahres-Aufsteiger könnte dem Saisonendspurt weitaus gelassener entgegen sehen. Anders ausgedrückt: Bei einer Niederlage droht dem aktuellen Tabellenzwölften der Fall in die bedrohte Zone. Gewiss: Die jüngsten Leistungen geben Anlass zum verhaltenen Optimismus. Sowohl beim 4:0- Sieg gegen Weinheim als auch bei der anschließenden 1:2-Niederlage bei den Stuttgarter Kickers enttäuschte die Elf von Karsten Maier keineswegs. Was in Stuttgart fehlte, waren die Entschlossenheit im Abschluss und die Zuordnung bei den beiden Gegentoren, die jeweils aus Standardsituationen vorbereitet wurden. Insofern grämte sich der Coach zurecht: „Viel mehr können wir in ein Spiel nicht investieren. Die Niederlage bei den Kickers war ärgerlich.“ Schwamm drüber. Mund abputzen, und weiter. Gegen den ASV Durlach wartet die nächste Herausforderung auf die Kreisstädter, die das Hinspiel nach einem fulminanten Start (3:0-Führung) mit 4:2 für sich entscheiden konnten. Damals wie heute gilt aber: Die Karlsruher Teilstädter verfügen sehr wohl über arriviertes Personal. Spielstark sind sie, bisweilen vielleicht zu verspielt, aber jederzeit in der Lage, gefährliche Situationen herauf zu beschwören. Als Dreh- und Angelpunkt im Aufgebot von Ex-KSC-Profi Rainer Krieg gilt der exzentrische Mittelfeldregisseur Murat Cetinkaya, der im Nachholspiel am Mittwoch in Bonlanden beide Treffer zum 2:0-Sieg erzielte. Ein Verlust war freilich der Abgang von Jerome Gondorf, den es in der Winterpause zu den Stuttgarter Kickers zog und der am Ostermontag gegen die Balinger spielte. Seinen ehemaligen Teamgefährten wird der Ex-ASVler sicherlich einige Tipps mit auf die Reise geben. Mit bislang sieben Saisontreffern ist Christopher Vivell bester Durlacher Torschütze. Immerhin fünf Mal ins Schwarze getroffen hat der Ex-Reutlinger Kristof Müller. Das Gros der ASV-Kicker verfügt über eine erstklassige Ausbildung. So durchliefen zahlreiche Durlacher die Nachwuchsschule des Karlsruher SC. „Zweifellos ist die Nähe zum KSC für uns von Vorteil“, gibt ASV-Trainer Rainer Krieg unumwunden zu. Er selbst streifte sich jahrelang das Trikot des Traditionsklubs über und coachte auch schon die KSC-Reserve in der Regionalliga. Eine schlechte Nachricht für die Balinger: Die TSG muss ab sofort auf ihren Defensivhünen Kevin Ketis verzichten. Gestern Abend teilte der 27-Jährige im Mannschaftskreis mit, dass es ihm aufgrund der nun beginnenden beruflichen Weiterbildung nicht mehr möglich sein werde, am Trainings- und Spielbetrieb teilzunehmen. „Das ist ein schwerer Verlust für uns“, meint Trainer Karsten Maier, der somit auf eine seiner Korsettstangen verzichten muss. Dafür könnte Martin Taube zum Team zurückkehren, denn nach langer Verletzungspause spielte der Heselwanger zuletzt zweimal in der „Zweiten“. „Wir wollen dieses Heimspiel unbedingt gewinnen“, sagt Karsten Maier, der trotz der 1:2-Niederlage bei den Kickers zuletzt eine „gute Mannschaftsleistung“ ausmachte. Einziger Kritikpunkt: „Bei den Standardsituationen verhalten wir uns derzeit nicht optimal.“































